Schulprogramm zum Jubiläum: Workshops für Schulklassen

"... für das Fach der deutschen Sprache eine Einrichtung zu treffen" - unter diesem Motto feiert das Deutsche Seminar der Universität Zürich in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass sind Kantons- und Mittelschulen einladen, einmal einen Blick in den "laufenden Betrieb" zu werfen. Was kann man am Deutschen Seminar neben Germanistik noch studieren? Wie sehen die Wissenschafterinnen und Wissenschafter dort aus und was lehren und erforschen sie? Das Deutsche Seminar bietet an drei Vormittagen vom 3. bis 5. Oktober 2011 ein dreistündiges Programm an, welches sich an Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse richtet. Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der linguistischen und altgermanistischen Abteilung können Sie und Ihre Schüler einen Blick in laufende Forschungsprojekte werfen und Fragen rund um den wissenschaftlichen Alltag stellen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Inhalten, sondern auch darum zu zeigen, womit man sich im Rahmen eines Germanistikstudiums beschäftigen kann oder was es heisst, wissenschaftlich zu forschen, aus welchem Antrieb und zu welchem Zweck.

Workshops

8-9 Uhr, Silvio Riedi: Weshalb der Held den Riesen besiegt

Darth Vader, der Unglaubliche Hulk, der Predator oder Hagrid sind Figuren, die aus der heutigen Welt des Science Fiction- und Fantasy-Genres nicht wegzudenken sind. Auch in der mittelalterlichen Literatur begegnen dem Leser immer wieder solch phantastische Gestalten. Die Helden der Geschichten treffen auf ihren Reisen Furcht erregende Drachen, grausame Riesen, listige Zwerge, verschlagene wilde Weiber und andere Wesen an. Diese Wesen gehören mit zum Inventar des Erzählens. Was unterscheidet sie von den Helden der Erzählungen, die oft auch sensationelle oder gar übermenschlich erscheinende Kräfte haben? Gibt es phantastisch anmutende Wesen, die dem Helden gleichgestellt sind und so ebenfalls zu Helden werden? Anhand des Beispiels der Riesen-Figur soll diesen Fragen nachgegangen werden.

9-10 Uhr, Michelle Waldispühl/Andreas Nievergelt: TPPSFCRFT - Was wir über Geheimschriften im Mittelalter wissen

Geheimschriften gab es wohl in allen schreibenden Gesellschaften. Das Mittelalter hatte ein besonders spielerisches Verhältnis dazu. Im damaligen Schriftwesen waren zahlreiche Geheimschriften im Umlauf. Wir begegnen ihnen von den karolingischen bis zu den spätmittelalterlichen Handschriften. Neben selbst erfundenen Zeichen kamen antike Systeme und altertümliche Schriften wie zum Beispiel germanische Runen zur Anwendung. Die mittelalterlichen Geheimschriften sind meist nicht sehr komplex. Umso besser lassen sich an ihnen Chiffrierungs- und Entschlüsselungs-mechanismen studieren und ausprobieren. Die kleine Einführung soll nebst einem Einblick in die reizvolle mittelalterliche Kryptographie anhand ausgesuchter Beispiele genügend Gelegenheit bieten, selber zu ver- und entschlüsseln, zu rätseln, zu tüfteln und zu knobeln.

10-11 Uhr, Führung durch das Seminar und die aktuelle Ausstellung

Nur nach Anmeldung. Kontakt: Béatrice Fleiner, 044 634 25 48.