Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Prof. Dr. Max Schiendorfer


 

Laufende Projekte

Juli 2005 - Juli 2018
Januar 1995 - Juli 2018
Mai 1983 - Dezember 2017

Abgeschlossene Projekte

Januar 2005 - Mai 2009
Januar 2002 - Mai 2009

Schwerpunkte

Projekt 1

Gegenstand: Edition "Geistliche Gesänge des deutschen Mittelalters" (GGdM)

Kommentierte Gesamtausgabe der mit Melodien handschriftlich überlieferten geistlichen Gesänge (Lieder, Leichs, Sangsprüche, Leisen, Antiphonen, Sequenzen, Hymnen, Cantiones etc.) des deutschen und niederländischen Mittelalters bis ca. 1550 (insgesamt über 1300 Liednummern aus über 170 Codices des 9. bis 16. Jahrhunderts mit Provenienzen von Amsterdam bis Pannonhalma, von Südtirol bis Uppsala und Island).

Umfang / Zeithorizont

5 Editionsbände, 2 Kommentarbände, 1 Registerband

bereits erschienen (Stand Ende 2012):

  • Geistliche Gesänge des deutschen Mittelalters. Melodien und Texte handschriftlicher Überlieferung bis um 1530. In Verbindung mit Mechthild Sobiela-Caanitz, Cristina Hospenthal und Max Schiendorfer herausgegeben von Max Lütolf.
  • Bd. 1: Gesänge A-D (Nr. 1-172). Kassel u.a.: Bärenreiter 2003
  • Bd. 2: Gesänge E-H (Nr. 173-330). Kassel u.a.: Bärenreiter 2004
  • Bd. 3: Gesänge I-M (331-536). Kassel u.a.: Bärenreiter 2009
  • Bd. 6: Kritischer Bericht zu Gesänge A-H (1-330). Kassel u.a.: Bärenreiter 2004
  • Bd. 5: Zyklische Sammlungen. Geißlerlieder von 1349 / Wochenpsalter (Psalterium feriatum per annum) / Festtagsoffizien (Antiphonarium officii in festis). In Verbindung mit Bernhard Hangartner und Max Schiendorfer herausgegeben von Max Lütolf. Kassel u.a.: Bärenreiter 2005

Projekt 2

Gegenstand

Rekonstruktion und Analyse der 1870 verbrannten ehemaligen Liederhandschrift Heinrich Laufenbergs (olim Straßburg, Bibliothèque de la ville, Cod. B 121)

Umfang / Zeithorizont

derzeit (Ende 2012) wieder offen. Bereits erschienene Aufsatzpublikationen:

  • Der Wächter und die Müllerin "verkert, geistlich". Fußnoten zur Liedkontrafaktur bei Heinrich Laufenberg, in: Contemplata aliis tradere. Studien zum Verhältnis von Literatur und Spiritualität. Für Alois M. Haas zum 60. Geburtstag, hg. von Claudia Brinker, Urs Herzog, Niklaus Largier und Paul Michel, Bern et al. 1995, S. 273-316.
  • Ein vündelîn zu Heinrich Laufenbergs Liedercodex (olim Straßburg B 121) und zu seinem Wecklied Stand vf vnd sih ihesum vil rein, Zeitschrift für deutsche Philologie 119, 2000, S. 421-426.
  • Johanniterbibliothek Straßburg, Cod. B 121 - Die verlorene Liederhandschrift Heinrich Laufenbergs, in: "Entstehung und Typen mittelalterlicher Lyrikhandschriften". Akte des Grazer Symposiums 13.-17. Oktober 1999, hg. v. Anton Schwob und András Vizkelety unter Mitarbeit von Andrea Hofmeister-Winter (Jahrbuch für Internationale Germanistik, Reihe A: Kongreßberichte, Bd. 52), Bern u. a. 2001, S. 223-241.
  • Probleme der Text-Noten-Zuordnung bei Heinrich Laufenberg. Musikphilologische Überlegungen eines Germanisten, in: "Ieglicher sang sein eigen ticht". Germanistische und musikwissenschaftliche Beiträge zum deutschen Lied im Mittelalter, hg. von Christoph März (†), Lorenz Welker und Nicola Zotz (Elementa musicae 4), Wiesbaden 2011, S. 117-130
  • Besprechung von: Balázs J. Nemes: Das lyrische OEuvre von Heinrich Laufenberg in der Überlieferung des 15. Jahrhunderts. Untersuchungen und Editionen, Stuttgart: Hirzel 2015, 151 S. (ZfdA. Beihefte 22), in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 138, 2016, S. 475-485

Projekt 3

Gegenstand

Literatur in der Eidgenossenschaft des 16. (und 17.) Jahrhunderts; gattungsmäßige Schwerpunkte: Liedpublizistik, Reiseberichte sowie geistliche und vaterländische Spiele

Spezifisches Forschungsinteresse

Beim gegenwärtigen Forschungsstand ist ein zulänglicher Überblick über das reiche literarische Schaffen dieses Zeitraums nur sehr schwer zu gewinnen. Insbesondere die fast überbordende (in gedruckten Flugschriften, aber nach wie vor auch in handschriftlicher und mündlicher Form tradierte) Liedpublizistik ist bislang allenfalls punktuell und in eher zufälligen Ausschnitten erfasst; ein Großteil der geistes-, sozial-, medien- und frömmigkeitsgeschichtlich äußerst ergiebigen "Ressourcen" wurde nie in Neuausgaben zugänglich gemacht und blieb daher weithin unbeachtet. Aber auch auf dem Bereich der Spieltexte sind die "blinden Flecken" derzeit noch um einiges zahlreicher als allgemein vermutet werden dürfte.

Methodischer Zugang

In einem ersten Schritt ginge es darum, zuverlässige Repertorien zu erstellen. Bei den Liedern bietet sich als Ausgangspunkt eine Reihe umfangreicher zeitgenössischer Sammlungen an (angelegt z.B. von Niklaus Manuels Sohn Hans-Rudolf oder von Gregor Mangolt, beide ca. um 1555/65), die sich z.T. überschneiden, z.T. ergänzen und damit einen ersten repräsentativen Grundstock zu bilden erlauben. Dieser Grundstock wäre in einem zweiten Schritt anhand kleinerer Korpora und Streuüberlieferung kontinuierlich zu erweitern und durch verschiedene Register laufend zu erschließen (etwa nach Offizinen, Erscheinungsjahren, Verfassern, Melodieangaben, Überlieferungsgemeinschaften, thematischen Schlagwörtern u.a., sowie natürlich nach Standorten der belegten Exemplare). Dasselbe gilt mutatis mutandis auch für die Reiseberichte und Spieltexte: Auch dort wäre von einer Sichtung der Gesamtüberlieferung auszugehen und das weiterführende Foschungsinteresse sodann erst sekundär festzulegen, etwa auf besonders vernächlässigte oder unterschätzte Werke und Autoren zu richten. Besonders ins Auge gefasst habe ich derzeit den Berner Liedermacher Bendicht Gletting und den Bieler Dramatiker und Prädikanten Jakob Funcklin, die beide ihr umfangreiches literarisches Schaffen ganz in den Dienst der Reformation gestellt und es - Hand in Hand mit den weltlichen Obrigkeiten - als erzieherisches Medium bei der Jugend und der nicht eben leicht zu gewinnenden konservativen Landbevölkerung eingesetzt hatten.

Bereits erschienen:

  • Daniel Ecklin (*1532-†2.1.1564): Reise zum heiligen Grab. Nach der Druckausgabe Basel: Samuel Apiarius 1575 transkribiert und kommentiert von Max Schiendorfer, Zürich 2009. Online-Publikation, Kompetenzzentrum Zürcher Mediävistik:
  • -DANIEL ECKLIN (1532 - 2. 1. 1564): Reise zum Heiligen Grab. Nach der Druckausgabe Basel: Samuel Apiarius 1575 herausgegeben und erläutert von MAX SCHIENDORFER, revidierte Ausgabe, Zürich 2014 | Link |
  • Die Bühne als Kanzel. Der Bieler Prädikant und Dramatiker Jakob Funcklin (1522/23-1565), in: Nova Acta Paracelsica NF. 22/23 (2008/09), S. 51-74
  • Daniel Ecklin (1532-1564). Ein Aarauer Weltreisender des 16. Jahrhunderts. In: Argovia 126, 2014, S. 115-139
  • Beiträge in: Frühe Neuzeit in Deutschland 1520-1620. Literaturwissenschaftliches Verfasserlexikon (VL 16)
  • "Georg Binder", in: Bd. 1, 2011, Sp. 262-267
  • "Valentin Boltz", in Bd. 1, 2011, Sp. 330-336
  • "Jakob Funcklin", in Bd. 2, 2012, Sp. 508-514
  • "Bendicht Gletting", in Bd. 3, 2014, Sp. 16-23
  • "Jos Murer", in Bd. 4, 2015, Sp. 503-511
  • Besprechung von: Valentin Boltz: Bibeldramen. Gesprächsbüchlein. Hg. v. Friederike Christ-Kutter (Schweizer Texte N.F. 27), Zürich 2009. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 134, 2012, S. 155-160

Umfang/Zeithorizont

in Abklärung