Zurich Distinguished Lectures

The Art of Interpretation

 

Wo steht die germanistische Literaturwissenschaft? Dieser Standortbestimmung widmen sich die "Zurich Distinguished Lectures - The Art of Interpretation". Seit 2016 werden viel beachtete Intellektuelle eingeladen, die sich um die Neuere deutsche Literaturwissenschaft verdient gemacht haben und die mit ihrer Stimme die aktuellen Entwicklungen der Literaturwissenschaft prägen.

Mit dieser Vorlesungsreihe verfolgen wir dabei ein doppeltes Ziel. Auf der einen Seite knüpfen wir an die philologische Tradition an, die in Zürich nach dem Zweiten Weltkrieg Emil Staiger begründet hat - nicht derjenige, der in späteren Jahren Humanismus mit Konservatismus verwechselt und genau deshalb an Bedeutung verloren hat, sondern derjenige, der "das Wort des Dichters, das Wort um seiner selbst willen, nichts was irgendwo dahinter, darüber oder darunter liegt", ins Zentrum des Interesses stellt. Mit der Übersetzung des Titels von Emil Staigers "Die Kunst der Interpretation" aus dem Jahr 1955 ins Englische wollen wir am internationalen Standort Zürich eine neue Tradition begründen: The Art of Interpretation! Denn deutschsprachige Literaturwissenschaft ist ein internationales Feld, auf dem keine Grenzen gezogen, sondern geöffnet werden. Gerade von den internationalen German Departments gehen seit Jahrzehnten nicht nur wesentliche Impulse für die literaturtheoretische Diskussion aus, sondern in ihren kultur-, theater-, filmwissenschaftlichen und komparatistischen Zuschnitten prägen sie das Selbstverständnis des Faches ganz wesentlich, das seine Kreativität heute zwischen philologischer Herkunft und mediologischer Zukunft entfaltet. Eine Standortbestimmung der Literaturwissenschaft in diesem Sinn lebt von der Auslotung und Überschreitung von Grenzen. Diese Vorlesungsreihe versteht sich als eine Einladung zu dieser Überschreitung.

 

2016: David E. Wellbery (The University of Chicago, USA)

Die Reflexion tragischer Formen in Goethes "Faust I"

 

2017: Cecilia Sjöholm (Södertörn University, Sweden)

Speech in the Belly? Hannah Arendt and the Ear of Critical Thought