Neuere skandinavistische Literaturwissenschaft

Ausschnitt aus Christine Stampes Billedbog (1859) von Hans Christian Andersen und Adolph Drewsen (Silkeborg Museum)

Das Interesse für die skandinavischen Literaturen nahm seinen Ausgang sicherlich in der Auseinandersetzung mit der "grossen" Generation der skandinavischen Autoren um 1900. So interessierte man sich etwa für den massgeblichen Einfluss, den Henrik Ibsen und August Strindberg mit ihrer umfassenden Modernisierung dramatischer Techniken auf die literarische Entwicklung der europäischen Literaturen ausgeübt haben. Inzwischen widmet sich die Neuere skandinavistische Literaturwissenschaft der ganzen Geschichte der skandinavischen Literaturen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Auch wenn dabei Texte von so bekannten skandinavischen Autoren wie Hans Christian Andersen, Astrid Lindgren oder Henning Mankell behandelt werden, liegt der eigentliche Reiz dieses Fachgebietes darin, Neues zu entdecken und Vorurteile und Klischeevorstellungen über vermeintlich "randständige" Literaturen des Nordens zu revidieren.

Angesichts der Bedeutung des skandinavischen Kinos (von Theodor Dreyer über Ingmar Bergman bis Lars von Trier) nimmt im Rahmen des Skandinavistik-Studiums in Zürich ausserdem die Beschäftigung mit dem Film einen vergleichsweise breiten Raum ein.

Literatur zur Einführung

  • Jürg Glauser (Hg.): Skandinavische Literaturgeschichte. Stuttgart 2006.
  • Fritz Paul (Hg.): Grundzüge der neueren skandinavischen Literaturen. Darmstadt 1982.
  • Stephan Michael Schröder (Hg.): Studienbibliographie zur neueren skandinavistischen und fennistischen Literaturwissenschaft. Netzversion 2010: <http://www.uni-koeln.de/phil-fak/nordisch/studbiblit/> (= Berliner Beiträge zur Skandinavistik, 7).