Skandinavistische Sprachwissenschaft

Detailansicht des Runensteins von Rök, Schweden (Photo: Bettina Badertscher)

Eng mit dem Interesse für die altnordischen Quellen verbunden sind philologische Fragestellungen, die etwa der Geschichte der skandinavischen Sprachen, ihrem strukturellen Vergleich oder der Untersuchung von unterschiedlichen Dialekten gewidmet sind. So vermittelt die skandinavische Sprachgeschichte einen Überblick über die Entwicklung der nordgermanischen Sprachen vom Urnordischen über das Altnordische zu den heutigen skandinavischen Gegenwartssprachen Dänisch, Färöisch, Isländisch, Norwegisch und Schwedisch. Im Studium werden in diesem Zusammenhang ausserdem erste Kenntnisse der Runen und der Runeninschriften vermittelt.

Die skandinavistische Sprachwissenschaft beschäftigt sich vor allem aber mit den skandinavischen Gegenwartssprachen. Die Themengebiete einer solchen modernen Linguistik reichen von soziolinguistischen Phänomenen bis hin zur Veränderung der Kommunikation durch die elektronischen Medien. Die sich rasch verändernde linguistischen Situation in den heutigen skandinavischen Ländern wird beispielsweise an Phänomenen des Sprachgebrauchs von Generationen, Geschlechtern, sozialen und ethnischen Gruppen untersucht.

Literatur zur Einführung

  • Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. 3., aktual. u. erw. Aufl. Tübingen 2007 (= UTB, 1635).
  • Oskar Bandle (Hg.): The Nordic Languages. An International Handbook of the History of the North Germanic Languages 1-2. Berlin; New York 2002-2005.
  • Oskar Bandle: Die Gliederung des Nordgermanischen. Beiträge zur nordischen Philologie 1. Basel; Stuttgart 1973.
  • Einar Haugen: The Scandinavian Languages. An Introduction to their History. London 1976. (Dt. Übersetzung: Die skandinavischen Sprachen. Eine Einführung in ihre Geschichte. Hamburg 1984).
  • Lars S. Vikør: The Nordic Languages. Their Status and Interrelations. Oslo 1993 (= Nordic Language Secretariat. Publications, 14).