Walo Deuber, Filmemacher und Dozent

Walo Deuber hat Germanistik, Geschichte und Philosophie in Zürich und Berlin studiert. 1976 hat er mit einer Dissertation abgeschlossen. Während dem Studium war er im Journalismus tätig, wo er auch seinen Traumberuf sah. Ausserdem war er Lektor und Herausgeber beim Limmatverlag. Dann kam er zum Film: Er konnte für den Regisseur Xavier Koller zwei Telebühnenstücke (Nachfolgesendung der Telearena) realisieren. 1984 schrieb er das Drehbuch zum Film "Der schwarze Tanner", ebenfalls für Xavier Koller, und machte darauf hin weitere Fernseh- und Kino-Filme. Ein grosser Erfolg war der Kinofilm "Klassezämekunft" 1988. 1998 realisierte er seine erste Arbeit in Eigenregie, den Dokumentarfilm "Spuren verschwinden", wofür er den Zürcher Filmpreis erhielt. 2001 schrieb er acht Folgen für die Soap "Lüthi und Blanc" und 2005 war sein Film "Ricordare Anna" bei uns in den Kinos. Heute arbeitet er als Filmemacher, als Dozent für Dramaturgie in Luzern und als Professor für Literatur und Film an der California State University in den USA.

Doktorierter Filmemacher

Viel mit Germanistik hat Walo Deuber nicht mehr zu schaffen. Aber der Literatur fühlt er sich noch immer sehr verbunden. So sagt er, dass sein Dokumentarfilm "Spuren verschwinden" eine streng literarische Linie verfolgt. Auch sein Projekt "Filmbuch" hat viel mit Literatur zu tun. Und ohne seinen Doktor-Titel könnte er wohl kaum in den USA Professor für Literatur und Film sein. Aber, so sagt er, noch einen weiteren Aspekt beleuchtend: Mit dem Doktor-Titel kriegt man auch einfach einen höheren Lohn.

Die schwierige Situation des Schweizer Films

Das Fernsehen wird immer komplexer und es gibt da kaum mehr Arbeit für einen Filmemacher. Für Kinofilme ist die Situation auch nicht einfach. Dabei hat es der Schweizer Film besonders schwer: Oft arbeitet man hart an einer Eingabe für Bundesgelder und geht am Schluss doch leer aus. Aber irgendwie ist es bei Walo Deuber bis jetzt immer weiter gegangen.

Wichtig ist es einfach, nie den Mut zu verlieren und sich von Anfang an der schwierigen Situation bewusst zu sein. Das ist ihm wichtig, dass man nicht mit grossen Illusionen diesen Weg einschlägt. Und ausserdem sagt er, dass vor allem Beziehungen wichtig sind. So hat sich bei ihm auch der Einstieg ins Fernsehen ergeben.