Julian Schütt (Redaktor bei der Weltwoche)

Julian Schütt studierte an der Universität Zürich Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft. Ein Jahr nach dem Lizentiat legte er seine Dissertation vor mit dem Titel: "Germanistik und Politik: Schweizer Literaturwissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus" (Chronos Verlag).

Mit 15 Jahren begann Julian Schütt für die "Schaffhauser AZ" und die "Schaffhauser Nachrichten" zu schreiben. Später arbeitete er als freier Journalist und dank Forschungsgeldern als Literaturwissenschaftler und Herausgeber. Heute ist er als Autor der Weltwoche hauptsächlich im Kulturbereich tätig.

Neben der Redaktionsarbeit für die Weltwoche schreibt Julian Schütt an einer Biographie über Max Frisch. Eine solche Forschertätigkeit neben dem Journalismus sei zwar eine "Feierabendliebhaberei" und nur sehr bedingt eine Einkommensquelle, jedoch eine gute Ergänzung, da hier ein längerer Atem beim Schreiben und andere Rechercheformen gefragt sind.

Berufseinstiege

Die Weltwoche bietet selten Praktikumsstellen an, besser sei es, schon vorher einen Fuss in kleinere Redaktionstüren hinein zu bekommen. Julian Schütt betont, dass bei der Weltwoche angehende Journalistinnen und Journalisten dann zu einer Stimme würden, wenn sie spannende Ideen hätten oder unerwartete Zugänge zu aktuellen Themen. Man müsse die Leidenschaft, ja Besessenheit für eine Geschichte spüren, und dann müsse die Schreiberin oder der Schreiber diese Besessenheit auch in deutscher, nicht germanistischer Sprache zum Ausdruck bringen können. Gerade für Studierende ist wichtig, dass sie ihr grösstes Kapital ausspielen: die Zeit; während des Studiums haben sie die Möglichkeit, ein Thema von Grund auf zu bearbeiten. Für die Medien immer attraktiv seien neue historische Recherchen. In die Archive zu steigen lohnt sich! Damit könne man die Weltwoche durchaus für sich gewinnen.

Julian Schütt findet, gerade in einem Germanistikstudium sollte man lernen, nicht bloss für Fachzirkel, sondern für ein weiteres Publikum zu denken, zu forschen und zu schreiben. Warum nicht eine Seminar- oder Lizarbeit so verfassen, dass man sie nachher journalistisch zweitverwerten kann?