Promotionsstudium - Archiv

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Das kuratorische Dispositiv. Internationale literaturwissenschaftliche Summer School

Zeit: 18.-21.08.2015

Ort: Universität Zürich/Deutsches Literaturarchiv Marbach

Dozierende: Prof. Klaus Müller Wille, Prof. Daniel Müller Nielaba u.a.

Die internationale Forschung rund um Fragen kuratorischer Praktiken ist in den letzten Jahrzehnten stark expandiert. Dabei hat man sich vor allen Dingen mit der Praxis musealer Ausstellungsgestaltung auseinandergesetzt. Demgegenüber wurden die theoretischen, historischen und kulturanalytischen Aspekte, die mit der Tätigkeit des Ausstellens verknüpft sind, bislang nur ansatzweise entwickelt. Die Sommerschule widmet sich dem Kuratieren als einem breiten kulturellen Dispositiv, das epistemologische Fragen der Wissensorganisation wie der Wissensdistribution genauso berührt wie die ästhetischen Aspekte der Visualisierung und der Erfahrbarmachung von Wissen.

Dabei soll nicht allein das kuratorische Dispositiv als museales Phänomen betrachtet werden. Vielmehr soll es auch um die Frage gehen, wie sich kuratorische Praktiken in unterschiedlichen Medien wie Architektur, bildende Kunst, Internet und in Lebenssphären wie Konsum-, Straßen- oder akademischer Kultur manifestieren und materialisieren. Selbstverständlich soll dabei auch die Frage berührt werden, ob und auf welche Weise Literatur über die entsprechenden Praktiken reflektiert.

Im Kurs möchten wir diese Fragestellungen zunächst theoretisch und historisch entfalten, um schließlich anhand von Beispielen aktueller Literaturausstellungen auch über praktische Fragen der kuratorischen Tätigkeit zu diskutieren.

Der international ausgerichtete Kurs wird in Zürich und am Deutschen Literaturarchiv Marbach durchgeführt. Keynote Speaker: Assistant Professor Dr. Leif Weatherby, New York University, u.a.

Aesthetic Technologies -
The technological turn in art and literature studies in hindsight

Internationaler PhD-Kurs in Zusammenarbeit mit The University of Agder, The University of Bergen, The Norwegian University of Science and Technology, The University of Stavanger und The University of Tromsø

20. bis 22. Mai 2015, Seemannskirche, New York

Mit Klaus Müller-Wille (Zürich), Frederik Tygstrup (Kopenhagen), Wendy Hui Kyong Chun (Brown University) u.a.

Akzelerationismus

Workshop mit Armen Avanessian (Berlin)

Di., 10. März 2015, 14:00 bis 18:00 und
Mi., 11. März 2015, 10:00 bis 14:00

Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, SOC 1 102

Die Grundüberzeugung des Akzelerationismus lautet, dass die einzige radikale politische Antwort auf den Kapitalismus nicht darin besteht, diesen nur zu kritisieren und auf 'Entschleunigung' zu hoffen, sondern dessen entwurzelnde und verfremdende Tendenzen aufzunehmen und zu steuern. Dabei ist die Annahme entscheidend, dass wir am Beginn eines politischen Projekts stehen, und eben nicht am düsteren Endpunkt der Geschichte. Nur so lässt sich der um sich greifenden sozialen Depression und dem ständigen Herunterschrauben der Erwartungen an die Zukunft etwas entgegensetzen.

Das Moment des Erzählens. Goethes "Wanderjahre" als Fortsetzung

Workshop mit Helmut Müller-Sievers (Boulder, Colorado)

Donnerstag, 2. Oktober 2014, 10.15-14.00

Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, Raum 1-102

"Weitererzählen. Anschluss und Serie in Erzähltexten von Goethe und Kleist"

Workshop mit Rüdiger Campe (Yale)

Montag, 23. Juni 2014, 14.15-18.00

Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, 8006 Zürich, Raum SOC 1-102

"Orientierung in Metaphern. Blumenberg liest Kant"

Vortrag und Gespräch mit Assistant Professor Leif Weatherby (New York University)

Montag, 2. Juni 2014, 16-18.00

Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, 8006 Zürich, Raum SOC 1-102

"Orientierung in Metaphern: Blumenberg liest Kant."
Der Philosoph Hans Blumenberg ist für seine "Metaphorologie" sowie für seinen Entwurf einer "Geistesgeschichte der Technik" bekannt. Seine veröffentlichten Texte sowie Hefte aus dem Nachlass offenbaren eine tiefe Kant-Lektüre. These des Vortrags ist, dass eine einzigartige Lesart der Kritik der reinen Vernunft - besonders ihres dritten Teils, der transzendentalen Dialektik - die Wurzel von Blumenbergs Konzept der modernen Lebenswelt ist.

Kafka's Being and Time

Workshop mit Prof. Paul North (Yale)

Ort: Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, 8006 Zürich, Raum SOC 1-102

Zeit: 30. April 2014, 15-19 Uhr

Problems IV

Graduiertenkonferenz an der NYU. New York

Mit Prof. Dr. Daniel Müller Nielaba, Prof. Leif Weatherby, Carmen aus der Au, Claudia Keller, Kurt Hollender u.a.

Auf der vierten Graduiertenkonferenz anlässlich der langjährigen Partnerschaft mit dem German Department der NYU stellen Zürcher und New Yorker Doktorierende Aspekte ihrer Arbeit vor und kommen mit Angehörigen des Partnerinstituts ins Gespräch. Problems V folgt im Frühjahr 2015 in Zürich.

Experten-Laien-Kommunikation in multimedialen Diskursen

Workshop mit Prof. Albert Busch (Göttingen)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Raum SOD 002
Zeit: 7./8.3.2014 (Freitag 14-18 Uhr, Samstag 10-14 Uhr)

Im Online-Diskurs haben die Laien das Sagen! Laien bestimmen Wissensordnung und Kommunikationsstil. Würde also Ludwik Fleck hier eigenständige Online-Denkstile von Online-Denkkollektiven vermuten? Als Resultat gerichteter Laien-Wahrnehmung? Würde Thomas Samuel Kuhn gar eine spezifische "Konstellation von Gruppenpositionen" identifizieren? Lichtenberg sagt: "Wenn ein Kopf und ein Buch aufeinanderprallen und es klingt hohl, ist allemal das Buch schuld". Was ist, wenn Laien- und Expertenwissen aufeinander prallen? Klingt es hohl? Knallt es? Oder folgen die komplexen Experten-Laien-Kommunikationen im multimedialen Raum trotz divergierender Wissensordnungen nachvollziehbaren Regeln? Sind sie gar kommunikativ adäquat? Einige wenige Antworten sollen im Laufe des Workshops versucht werden.

Sommerschule für Doktorierende, 16.-18. Juni 2014, Universität Zürich

2. Werkstatt Literaturforschung: Kritische Verfahren

Wie verhält sich Literaturwissenschaft zu - literarischer, ästhetischer, politischer - Theorie? Welche Grundsatzfragen denken wir mit, wenn wir über das Objekt unserer Analyse nachdenken? Brauchen wir dafür 'Theorie' und, wenn ja, wie verhält sich diese zu Praxis und Methoden unseres Zugangs zu Texten und Artefakten? Können und wollen wir unsere Arbeit heute noch in der gleichen Weise theoretischen Modellen und Schulen zuordnen wie dies auf der Höhe der Debatten um Strukturalismus, Hermeneutik, Dekonstruktion oder Systemtheorie möglich schien?

Die 2. Werkstatt Literaturforschung möchte im Anschluss an die 2012 durchgeführte Sommerschule zu Methoden der Literaturwissenschaft die Frage nach dem Verhältnis unserer Arbeit zur allgemeinen theoretischen Reflexion über Literatur ins Zentrum stellen. Befinden wir uns heute in einem Moment des Theoriepluralismus, der dazu führt, dass der Gegenstand selbst erneut in den Vordergrund rückt? Oder brauchen wir gerade in Zeiten inter- und transdisziplinärer Dialoge Theorie als Ebene, um uns über die Verfahren unserer Analysen Rechenschaft abzulegen und diese über den engeren Bereich des Gegenstandes selbst transparent zu machen? Welche Theorien helfen uns dabei, und wie? Die Sommerschule möchte die Gelegenheit bieten, diesen Fragen anhand konkreter Arbeitsproben aus aktuellen Dissertationsprojekten nachzugehen und dabei die Bedeutung von Theorie für unsere Verfahren von Lektüre und Kritik zu diskutieren. Erwünscht sind Vorträge von einer halben Stunde, in denen ein Ausschnitt bzw. Ausschnitte aus einem Dissertationsprojekt vorgestellt sowie die leitenden theoretischen Gesichtspunkte - auch in Form offener Fragen - erörtert werden.

Die Sommerschule richtet sich an Doktorierende der Universität Zürich und anderen Schweizer Universitäten aus dem Bereich der Literaturwissenschaften. Die Vorträge können auf Deutsch, Französisch oder Englisch gehalten werden. Die Bewerbung sowie ein Exposé mit einer maximal einseitigen Skizze zum beabsichtigten Gegenstand des Vortrags sowie Angaben zur persönlichen Laufbahn (Formulare unter: www.rose.uzh.ch/sommerschule2014.html) ist bis 28. Februar 2014 per E-Mail zu richten an: doktoratsprogramm@ds.uzh.ch. Danach entscheidet eine Jury darüber, welche eingereichten Vorhaben im Rahmen der Sommerschule vorgestellt werden sollen.

Veranstalter (UZH): Seminar für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Kontakt: Alexandra Kleihues A.Kleihues@ds.uzh.ch) Deutsches Seminar (Kontakt: Christoph Steier christophsteier@ds.uzh.ch) Englisches Seminar (Kontakt: Johannes Riquet johannes.riquet@es.uzh.ch) Romanisches Seminar (Kontakt: Rita Catrina Imboden rimboden@rom.uzh.ch) Slavisches Seminar (Kontakt: Tatjana Hofmann tatjana.hofmann@uzh.ch)

Literaturkritik
Workshop mit David Hugendick (Die ZEIT)

Ort: Rämistrasse 69, SOC-1-102
Zeit: 13./14. Dezember 2013 (Freitag 14-18 Uhr, Samstag 10-14 Uhr)

Im Zentrum des Workshops steht neben der Reflexion literaturtheoretischer Grundfragen vor allem die Praxis: Alle Teilnehmenden verfassen im Vorfeld eine Rezension zu Jonas Lüschers "Frühling der Barbaren" (C.H. Beck), die im Verlauf des zweitätigen Workshops mit den renommierten Literaturkritiker David Hugendick diskutiert und überarbeitet wird. Beispiele aus der Praxis, u.a. die Analyse bereits bestehender Rezensionen sowie ein Einblick in David Hugendicks eigene Zugangsweise runden das Programm ab.
Die Teilnehmerzahl ist auf acht begrenzt, die Anmeldung verbindlich. Das Buch sowie ein Reader mit Beispielrezensionen wird zur Verfügung gestellt. Die Rezension im Umfang von ca. 2500 Zeichen ist bis zum 6. Dezember ebenfalls an doktoratsprogramm@ds.uzh.ch zu senden. Alle weiteren Informationen nach erfolgreicher Anmeldung.

Weitsichtige Spiegel: Qianlong, Goethe, Jakobson
Workshop mit Prof. Dr. Elmar Holenstein (ETH Zürich/ Yokohama) und Dr. Tarcisius Schelbert (Luzern)

7./ 8. Juni 2013

Anhand eines intertextuellen Vergleichs von Goethes "Gin(k)go biloba" und einem chinesischen Vierverser wird die linguistische Poetik Roman Jakobsons erörtert. Die beiden Gedichte sind nicht nur inhaltlich verwandt, sie weisen auch überraschende formale Ähnlichkeiten auf. Weiterführende Fragen sind: Ist Jakobsons These, Dichtung bestehe in der Projektion von Gleichheits- und Kontrastbeziehungen von der paradigmatischen auf die syntagmatische Achse der Sprache, differenziert genug? Gilt sie auch für moderne Dichtung, zum Beispiel bei Celan oder Mayröcker? Was ist an den üblicherweise aufgezählten Merkmalen moderner Lyrik, ausser ihrer Anhäufung und ihrer exklusiven Wahl, überhaupt neu, was vielleicht nur in europäischen Sprachen oder nur in formeller Dichtung?

Literatur und Recht: Kafka vor dem Gesetz
Workshop mit Prof. Katrin Trüstedt (Erfurt/Yale)

14./15. Juni 2013

Ausgehend von Kafkas Vor dem Gesetz und seiner Funktion im Romanfragment Der Proceß sollen grundlegende Fragen des Forschungsfeldes "Recht und Literatur" vorgestellt und diskutiert werden. An Kafkas Texten lässt sich zum Einen eine literarische Reflexion im weitesten Sinne rechtlicher Probleme - etwa des Verfahrens, des Urteilens, der Gerechtigkeit - ablesen. Zum Anderen verweisen sie auf die Abhängigkeit der Literatur von rechtlichen Bedingungen - etwa der Institutionen Autor, Werk, Literatur - und damit auf eine Ebene der Verschränkung der beiden Sphären, die sich in der Klammer der Autorfunktion Kafka einander gegenüberstellen lassen. Dabei soll nicht allein nach dem "Recht in Literatur" und dem "Recht als Literatur" gefragt werden, sondern darüber hinaus in gemeinsamer Kafka-Lektüre die strukturellen Vergleichbarkeiten und Differenzen literarischer und juridischer Verfahren ermittelt werden.

Perform(t)anz
Workshop mit Prof. Alys George (New York)

31. Mai/1. Juni 2013

Literarische und programmatische Texte der Wiener Moderne zu den Gattungen Tanztheater, Pantomime und Stummfilm werden auf ihre Hinwendung zu nichtsprachlichen, körperlichen Ausdrucksformen befragt. Diese Auseinandersetzung mit dem Körper lässt sich einerseits als Reaktion auf die Sprachskepsis der Moderne, andererseits als Experimentierfeld mit neuen medialen und theatralischen Formen verstehen. Dem scheinbar utopischen Versprechen des Körpers - sowie seinen Tücken - wird in literarischen und performativen Werken von Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Peter Altenberg, Oskar Kokoschka u. a. nachgegangen.

INHALT - Perspektiven einer categoria non grata im philologischen Diskurs
Graduiertentagung des Doktoratsprogramms des Deutschen Seminars der Universität Zürich, 4.-7. September 2012

Ausführliches Tagungsprogramm und weitere Informationen: www.inhaltstagung.ch

Stehen "Form" und "Formalismus" seit Jahrzehnten philologisch hoch im Kurs, taugen "Inhalt" und vor allem "Inhaltismus" lediglich zum Verdikt.
Folgerichtig sucht man spätestens seit den 1990er-Jahren vergeblich nach einer philologischen Inhalts-Diskussion: So findet sich beispielsweise im Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft unter dem Lemma "Inhalt" lediglich ein Verweis auf das Schlagwort "Form". Verschwunden ist die einst systembildende Kategorie damit jedoch noch nicht, sondern unterhält ein vielfach gefaltetes, größtenteils ungeklärtes Verhältnis zu partiellen Syno- und Antonymen wie Stoff, Motiv, Thema, Topos, Sinn, Botschaft, Problem, Gehalt, Gestalt oder Form: Terme, deren Einsatz häufig genug nur dürftig bedeckt, was durch sie schamhaft metonymisch eingeholt werden soll - "Inhalt".
Die nachhaltigste Abwertung erfuhr der Inhaltsbegriff sicher von Seiten poststrukturalistischer Theorieansätze, die Inhalt weitestgehend mit Sinn und Bedeutung gleichsetzten und George Steiners rhetorische Frage "Hat unser Sprechen Inhalt?" abschlägig beschieden. Zu fragen bleibt, ob nicht auch und gerade für diese Strömungen - und sei es nur im negativen Bezug - ein wie auch immer gewendeter Inhaltsbegriff konstitutiv ist. Ähnliches ließe sich kritisch als Frage an den gegenwärtigen Medialitäts- und/als Übertragungsdiskurs herantragen, der sich der Kategorie des Inhalts häufig genug im oberflächlichen Rekurs auf McLuhan entledigt. Umgekehrt scheinen Inhalte als "Themen" im Diskurs der nicht mehr notwendig textzentrierten Kulturwissenschaften eine Selbstverständlichkeit und es liegt daher nahe, dass der weitgehende Abbruch der Form/Inhalt-Debatte innerhalb der Philologien keineswegs unabhängig von deren schrittweiser Umwandlung in eher referenzorientierte Kulturwissenschaften zu sehen ist.
Das Ziel der Graduiertentagung ist es, den mit großem Unbehagen behafteten Inhaltsbegriff in seinen aktuellen Verwendungen und deren Genese zu erkunden. Im ergebnisoffenen, multiperspektivischen Dialog sollte sich zeigen, inwiefern der Begriff rehabilitiert oder nach eingehender Prüfung guten Gewissens verabschiedet werden müsste. Die Tagung richtet sich explizit an Nachwuchsforschende der verschiedenen Philologien und deren Nachbardisziplinen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass jedes Forschungsprojekt eine Reflexion auf seinen Inhalts- bzw. Themenbegriff erfordert und laden neben systematischen und/oder begriffsgeschichtlichen Arbeiten deshalb ausdrücklich zur Reflexion des Inhaltsbegriffs im Kontext des eigenen Forschungsvorhabens ein.

Verfahren
Workshop mit Prof. Dr. Arne Höcker (NYU)

Ort: Universität Zürich, Rämistrasse 62, 8001 Zürich / Raum SOC-102
Datum: Freitag, 15. Juni, 14 - 18 h / Samstag, 16. Juni 2012, 10-14 h

Systemtheorie der Literaturwissenschaft
Workshop mit Prof. Dr. Jürgen Fohrmann (Bonn)

Ort: Universität Zürich, Rämistrasse 62, 8001 Zürich / Raum SOC-102
Datum: Donnerstag, 1. März, 14 - 18 h / Freitag, 2. März 2012, 9-13 h

"Sagen Sie, das Ende - ist das so bei Sophokles?" - Bestattungsrituale in dem Episodenfilm Deutschland im Herbst (1978)
Gastvortrag von Prof. Dr. Elisabeth K. Paefgen (FU Berlin)

Ort: Universität Zürich (Hauptgebäude), Rämistrasse 71, 8006 Zürich / Raum KOL-H-322
Datum: Donnerstag, 1. Dezember, 16.15

Der Vortrag findet im Rahmen des Seminars "Antigones Spuren" von NYU-Gastdoktorand Kevin Vennemann statt. Dozierende, Studierende und weitere Interessierte sind herzlich eingeladen.

Ähnlichkeit - Ein kulturtheoretisches Paradigma
Arbeitsgespräch mit Prof. Dr. Anil Bhatti (New Dehli)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOC 1-102
Datum: Donnerstag, 20. Oktober 2011, 18.00 - 19.30

Anil Bhatti, bis zu seiner Emeritierung 2009 Professor am Centre of German Studies der Jawaharlal Nehru University, New Delhi und derzeit Kollegiat am Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz, stellt auf Einladung der Graduiertenschule das u.a. von Albrecht Koschorke (Konstanz) und Dorothee Kimmich (Tübingen) mitinitiierte Forschungsprojekt "Ähnlickeit - ein kulturtheoretisches Paradigma" vor und diskutiert mit den Teilnehmenden.

Philologische Hermeneutik, insbesondere neuere

3. Summer School der Graduiertenschule mit Werner Hamacher (Frankfurt/M.)

Ort: Weimar, IKKM, Palais Dürckheim, Cranachstr. 47, Weimar
Datum: 29. August - 2. September 2011

Die dritte Summer School der Graduiertenschule fand in Kooperation mit der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien (FU Berlin) in Weimar statt. Als Referent konnte Prof. Dr. Werner Hamacher gewonnen werden, der mit den Doktorierenden nicht allein zentrale hermeneutische und posthermeneutische Positionen von Boeckh über Lévi-Strauss bis Derrida und Deleuze, sondern auch eigene Vorlagen zu den Forschungsprojekten diskutierte.

Graduiertenkonferenz "Problems II" (in Kooperation mit der NYU)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOD 1-105
Datum: 27./28. Mai 2011

4. Mai 2011: Vortrag "Denkstil und Metapher. Die Funktion von 'Sinn-Sehen' und 'Sinn-Bildern' bei der Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache" mit Prof. em. Dr. Ulla Fix (Leipzig) http://www.ludwikfleck.ethz.ch/de/veranstaltungen.html

5. Mai 2011: Kolloquium mit Prof. em. Dr. Ulla Fix (Leipzig). In Kooperation mit dem Fleck Zentrum am Collegium Helveticum

Was ist der springende Punkt des Rahmens? W. G. Sebalds "Die Ringe des Saturn"
Vortrag von Carol Jacobs (Yale)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOD 1-104
Datum: Donnerstag, 7. April, 18.00

Paul Celan: Dichter, Übersetzer
Workshop mit PD Dr. Thomas Schestag (Frankfurt a. M.)

Ort: Rämistrasse 69, 8001 Zürich / Raum SOC-104
Datum: Freitag, 25. März, 14.00 - 18.00 / Samstag, 26. März, 10.00 - 14.00

Paul Celans Gedicht JETZT aus der Sammlung Lichtzwang, steht im ersten Teil zur Diskussion; der zweite Teil ist dem Augenblick gewidmet, in dem Celan, als Übersetzer des ersten Gedichtbands von Jean Daive - Décimale blanche -, das eine Wort énoncé unübersetzt läßt und seine Frage an Jean Daive: "Que veut dire - énoncé?" ohne Antwort bleibt.

Performativität am Rande: Paratexte als rahmende Sprechakte
Vortrag mit Prof. Dr. Uwe Wirth (Gießen)

Ort: Rämistrasse 71, 8006 Zürich / Raum KOL-H-321 (Hauptgebäude, 3. Stock)
Datum: Freitag, 18. März, 17.00

Performanz
Workshop mit Prof. Dr. Uwe Wirth (Gießen)

Ort: Rämistrasse 69, 8001 Zürich / Raum SOC-102
Datum: Freitag, 18. März, 14.00 - 16.45 / Samstag, 19. März 2011, 10.00 - 14.00

"Es ist durchaus verzeihlich, nicht zu wissen, was das Wort performativ bedeutet", schreibt der Sprachphilosoph John L. Austin in seinem Aufsatz "Performative Äußerungen". "Es ist ein neues Wort und ein garstiges Wort, und vielleicht hat es auch keine sonderlich großartige Bedeutung". Vielleicht hat eben dieser Umstand zur akademischen Breitenwirkung des garstigen Wortes beigetragen, denn auf die Frage, was der Begriff Performanz eigentlich bedeutet, lassen sich sehr verschiedene Antworten geben. Für die Sprachphilosophin bedeutet Performanz etwas ganz anderes als für den Theaterwissenschaftler, die Ethnologin oder den Literaturtheoretiker.
Die Begriffe Performanz und Performativität können sich ebenso auf das 'Ausführen' von Sprechakten, das 'Aufführen' von theatralen oder rituellen Handlungen, aber auch das 'Verkörpern' von Botschaften im Akt des Schreibens respektive das Inszenieren von 'Schreib-Szenen' beziehen. Vor dem Hintergrund dieser Vieldeutigkeit soll es darum gehen, Performanz und Performativität als Begriffe in den Blick zu nehmen, die je spezifische kulturelle Rahmenbedingungen bezeichnen.

Offenbarung und Gewalt
Workshop mit PD Dr. Bernd Hamacher (Hamburg)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOD-002
Datum: Freitag, 11. März, 14.00 - 18.00 / Samstag, 12. März 2011, 10.00 - 14.00

Die heutige Debatte um das Gewaltpotenzial von (Offenbarungs-)Religionen beginnt mit der wechselseitigen metaphorischen Ersetzung von Offenbarung und Gewalt gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der Workshop rekonstruiert die literarische Vorgeschichte der bedeutendsten Krise der Moderne, die am 11. September 2001 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Offenbarung und Gewalt bilden eine Schnittmenge, die als Störung lebensweltlicher Normalität, als Einbruch in den Sinnzusammenhang der Kultur beschreibbar ist und in den Jahrzehnten um 1800 im Zuge kultureller Selbstreflexion in der Literatur verhandelt wird. Nach einer kulturwissenschaftlichen Erörterung der Konzepte 'Offenbarung' und 'Gewalt' sowie ihrer religionsphilosophischen Dimension analysieren wir textuelle Krisenherde - mit Hauptaugenmerk auf Hölderlin, Kleist und Goethe.

Problems I (New York)
Graduiertenkonferenz an der NYU

29. und 30. Oktober 2010

Im Rahmen der Kooperation mit der New York University findet Ende Oktober die Graduiertenkonferenz "Problems I" in New York statt. Im Frühjahr 2011 folgt "Problems II" in Zürich. Beide Veranstaltungen bilden den Auftakt zu einer jährlichen Konferenzreihe, die jeweils im Herbstsemester Zürcher und New Yorker Graduierte zum Dialog über ihre Forschungsprojekte zusammenbringt. Kuratiert wird die ersten Konferenz von Lydia Butt, Gaststudentin der Graduiertenschule im HS 2009. Die Zürcher Delegation 2010 wird begleitet von Prof. Dr. Daniel Müller Nielaba als Leiter der Graduiertenschule, das Programm vermittelt einen Eindruck von Vielfalt und Anschlussmöglichkeiten der aktuellen Projekte.

Fokus Forschung: Linguistik und Literaturwissenschaft im Dialog

2. Summer School der Graduiertenschule am Deutschen Seminar

Datum: Montag, 30.8. bis Freitag, 3.9.2010
Ort: Deutsches Seminar - Schönberggasse 9 - 8001 Zürich - Raum SOD 002

Im Zentrum der zweiten Summer School der Graduiertenschule steht die Präsentation und Diskussion der Forschungsprojekte der Teilnehmenden. Im Dialog der Zürcher Doktorierenden und ihrer Gäste aus Berlin, Bonn und Leipzig wird dabei nicht allein individuelle Forschung vorgestellt, sondern es sollen zugleich Möglichkeiten und Perspektiven des linguistisch-literaturwissenschaftlichen Gesprächs ausgelotet werden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Eva Geulen (Bonn) und Prof. em. Ulla Fix (Leipzig) werden ca. 16 Projekte vorgestellt und diskutiert, ein detailliertes Programm mit Abstracts zu den einzelnen Vorträgen wird ab Mitte August an dieser Stelle publiziert. Darüber hinaus bietet die Summer School die Möglichkeit, während zwei Tagen in einem Workshop zu "Writing abstracts and research papers in English" mit PD Christina Ljungberg (Zürich) Schlüsselkompetenzen für die weitere berufliche Laufbahn zu erwerben.

Den vorläufigen Zeitplan finden Sie hier.

Im Rahmen der Summer School finden zudem zwei Vorträge der Referentinnen Prof. Dr. Eva Geulen und Prof. em. Dr. Fix statt, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind:

Habe und Bleibe in Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe"
Prof. Dr. Eva Geulen (Bonn)

Dienstag, 31.8.2010, 17.00 (SOD 002)

Zeigt Kellers Erzählung in ihrem ersten Teil die Komplexität der Entstehung von Besitzgrenzen jenseits der Alternative kulturalistischer und naturwüchsiger Erklärungsmuster, so wird in ihrem zweiten Teil umgekehrt der Übergang von Besitz und Grenzen in Niemandsland und Herrenlosigkeit geschildert. Als ihr verbindendes Moment erscheint das seit römischem Recht bekannte Konzept der res nullius, deren rechtstheoretische Schwierigkeiten weder die Figuren noch Kellers Erzählung zu lösen vermögen. Aber die Erzählung schafft sich zuletzt mit der Literatur einen rechtsfreien Raum im Sinne realistischer Poetik.

Der Text als das Gemeinsame (?) von Sprach- und Literaturwissenschaft
Prof. em. Dr. Ulla Fix (Leipzig)

Donnerstag, 2.9.2010, 12.00 (SOD 002)

Am Anfang steht die Frage, warum die Teildisziplinen Sprach- und Literaturwissenschaft so wenig Gemeinsamkeiten in ihren Gegenständen entdecken und wieso es dennoch immer wieder das Bemühen um Zusammenarbeit gegeben hat und gibt. Die Antwort wird zunächst mit einem kurzen Blick auf die Geschichte des Faches Germanistik versucht: Was war das Verbindende in den Perioden der Zusammenarbeit? Es zeigt sich, dass dies immer das Phänomen 'Text' gewesen ist. Folgerichtig rückt auch beim Blick auf die Gegenwart der Text in den Mittelpunkt. Die von der Textlinguistik mittlerweile gut untersuchten Phänomene 'Text' und 'Textsorte' sind es, die Sprach- und Literaturwissenschaft auch heute gemeinsam interessieren könnten und zu deren Untersuchung jede der beiden Teildisziplinen Weiterführendes beisteuern kann. Gemeinsame Interessen richten sich gegenwärtig auf die Zeichenhaftigkeit der Texte als semiotische Größen, auf die Wahrnehmbarkeit ihrer Oberflächen mit der Folge verstärkter Hinwendung zu den Prozessen des Textverstehens und Textinterpretierens, auch auf Fragen der Intertextualität und auf eine Erweiterung des Textbegriffs um Nichtsprachliches, z.B. um die Aspekte Medialität, Materialität und Lokalität.

Toward a Literary Narratography
Workshop mit Garrett Stewart, James O. Freedman Professor of Letters, Iowa

Ort: Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, 8006 Zürich / Raum SOC 102
Datum: Fr, 11. Juni, 14-18 Uhr / Sa, 12. Juni 2010, 10-14 Uhr
Organisatoren: Jolanda Heller, Daniel Alder, Nicole Isele

"The grain of narration is dispensed with”, so Garrett Stewarts Bestandsaufnahme der traditionellen Erzähltheorie. Um sich dem vermeintlich verlorenen "narrativen Keim" wieder anzunähern, steht Stewarts Narratography ganz im Zeichen des close reading und fokussiert den Mikroplot der Sprache. Dabei richtet sich der Blick auf die Textoberfläche, das Lesen vollzieht sich Silbe für Silbe und strebt an zu eruieren, wo die dadurch entstehenden linguistischen Erzählungen mit der Erzählung, aus der sie hervorgehen, kollidieren.
Im Workshop geht es zunächst darum, sich mit dem innovativen Konzept von Stewarts Erzähltheorie auseinanderzusetzen, um Grenzen, aber auch Überschneidungen im Hinblick auf bestehende Ansätze auszuloten. Die Analyse von angelsächsischen Gedichten und Prosatexten der viktorianischen und romantischen Periode demonstrieren, wie Texte ihre semantischen und psychologischen Effekte generieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang der rhetorischen Figur der Syllepse, welche massgeblich zu einem produktiven Bedeuten beiträgt.

Philosophie der Philologie
Workshop mit Prof. Dr. Wolfram Groddeck & Dr. Christian Benne (Odense)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOD-105
Datum: Freitag, 16. April, 14.00 - 18.00 - Samstag, 17. April 2010, 09.00 - 12.00

Die Wiederbelebung des Philologiebegriffs gehört zu den markantesten Versuchen der Überwindung der scheinbaren Orientierungslosigkeit der Geisteswissenschaften. Zugleich lässt sich ein verstärktes Interesse an klassischen philosophischen Themen und Autoren ausmachen. Die Auseinandersetzung um die sogenannte Rephilologisierung bedarf unbedingt der historischen Tiefenschärfe, wenn sie nicht in ideologischen Gesten erstarren soll. In diesem Sinne versteht sich der Workshop nicht zuletzt als wissenschaftshistorische Einmischung in eine aktuelle Diskussion, in der das grundlegende Spannungsverhältnis von Philosophie und Philologie auf dem Prüfstand steht.

Christian Kracht: Die Romane - Eine 'Literatur des Verschwindens'?
Workshop mit Dr. Immanuel Nover (Bonn)

Ort: Deutsches Seminar, Rämistrasse 69, 8006 Zürich / Raum SOC 104
Datum: Freitag, 26. März 2010, 14.00 - 18.00 / Samstag, 27. März 2010, 10.00 - 14.00

Im Workshop sollen die wichtigsten Texte von Christian Kracht ("Faserland", "1979" und "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" sowie das Vorwort und der 'Reisebericht' "Lob des Schattens" aus "Der gelbe Bleistift") diskutiert werden. Im Fokus der Veranstaltung wird das 'Motiv' des Verschwindens stehen, das sich sowohl in den steten Reisen der Erzähler (und des Autors) als auch in der Erzählung und Sprache selbst findet. Hierbei sollen die bereits in "Faserland" formulierten Fluchtutopien - wobei nicht zuletzt der erzählte/imaginierte Raum der Schweiz von Interesse sein wird - und die räumliche sowie personale Reduktion des Aussen, die Lösung aus sämtlichen Bezugssystemen, mit der spezifischen Situation des Erzählers in Verbindung gesetzt werden. Die von Kracht reformulierte 'Krise der Sprache' und deren Beziehung zur Gewalt wird ebenfalls zu diskutieren sein.

Medium und Differenz
Vortrag und Workshop mit Prof. Dr. Sybille Krämer (FU Berlin)

Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich / Raum SOD 105
Datum: Donnerstag, 21. Januar 2010, 18.15 h: Vortrag; Freitag, 22. Januar 2010, 9:30 h -14.00 h: Workshop

Kann Derridas Konzept der "Grammatologie" zur "Diagrammatologie" erweitert werden? Das Diskursive und Ikonische, so Krämers These, stellen ein Mischverhältnis dar und bedingen die Generierung von Wissen. "Schrift" wird damit unter dem Aspekt ihrer eigenen Bildlichkeit erörtert. Krämer entwirft ein Programm von "operativer Bildlichkeit" - zu dem sie neben Schriften auch Phänomene wie Diagramme und Karten zählt: Mit einem sprach- und erkenntnisphilosophischen Fokus verfolgt sie die kulturhistorische Diskussion um die Leistung von Visualisierungen, die Kernfragen des Verhältnisses von Wahrnehmen und Denken betreffen.
Ein Reader im Umfang von ca. 75 Seiten wird per Mail an die teilnehmenden Personen verschickt.

Einladung

Tragödie und Trauerspiel: Benjamins Trauerspielbuch
Workshop mit Prof. Dr. Bettine Menke (Erfurt)

11.12.2009: 14.00 - 18.00
12.12.2009: 10.00 - 14.00
Raum SOC 1 104

Der Workshop zu Fragestellungen von Walter Benjamins Ursprung des deutschen Trauerspiels (entst. 1916-1925; Erstdruck 1928) richtet sich zum einen (vor allem) auf die Theatralität des Trauerspiels, die im Verhältnis von Tragödie und Trauerspiel entfaltet ist und in der spezifischen Ausprägung von Souverän und Märtyrer als metatheatralen Figuren ausgeprägt ist. Zum anderen geht es (damit) um die Frage, wie Benjamins Trauerspielbuch zu lesen ist und welche Art von Intervention in gegenwärtige Debatten um Status und Konzeption der Literaturwissenschaft eine Lektüre dieses Buches sein kann.

Der Workshop steht allen interessierten Angehörigen des DS offen. Um formlose Anmeldung per E-Mail (s. oben) wird gebeten.

Ein Reader mit Kopiervorlagen und Programm steht in der DS-Bibliothek bereit.

Formen des Erzählens - Versuche zu einer historischen Narratologie
Mit Prof. Dr. Matías Martínez (Universität Wuppertal, Zentrum für Erzählforschung)

Datum: 27. November (14.00 - 18.00 Uhr) und 28. November 2009 (10.00-14.00 Uhr)
Ort: Raum: Rämistrasse 71, KOL-H-322

Im Zentrum des Workshops wird eine interdisziplinäre und komparatistische Betrachtung der kulturellen Vielfalt von Erzählformen stehen. Im Sinne einer historischen Narratologie soll die historische wie kulturelle Varianz von Erzählliteratur untersucht, Methoden entwickelt und an praktischen Beispielen erprobt werden. Dabei ist es von besonderem Interesse, inwieweit narratologische Elemente kulturell, historisch oder sozial geprägt sind und inwiefern dadurch z.B. auch Gattungen, Formen und Strukturen kultur- und epochenspezifische Bedeutungsmerkmale aufweisen. Der Fokus liegt sowohl auf einer Annäherung an theoretische Paradigmen als auch auf einer daraus resultierenden Methodologie.

Der Workshop steht Angehörigen des Deutschen Seminars wie interessierten Studierenden offen. Da sich die Teilnehmerzahl allerdings auf max. 15 Personen beschränkt, erhalten Studierende der Graduiertenschule bei grosser Nachfrage den Vorzug.

Ein Reader wird in den nächsten Wochen per Email an alle angemeldeten Teilnehmer verschickt.

Es besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Abendessen, für das jedoch eine frühzeitige Anmeldung erbeten wird.

1. Summer School der Graduiertenschule

Datum: 31. August - 5. September 2009
Ort: Universität Zürich, Rämistrasse 69, 8006 Zürich, Räume SOC 1 102 und SOC 1 104

Im Rahmen der Summer School werden drei Kurse angeboten:

  • Prof. Dr. Ulrich Ammon (Duisburg-Essen): Schweizerdeutsch - Schweizerhochdeutsch - plurizentrisches Standarddeutsch
  • Prof. Dr. Thomas Anz (Marburg): Literaturkritik heute. Übungen zur Praxis und wissenschaftlichen Reflexion
  • Prof. Dr. Eckart Goebel (New York): Verlassenheit um 1800

Der Kurs von Prof. Anz zur Literaturkritik ist ein gemeinsamer Pflichtkurs für alle Teilnehmenden, die Kurse von Prof. Ammon (Linguistik) und Prof. Goebel (Neuere deutsche Literaturwissenschaft) sind Wahlpflichtkurse. Alle Teilnehmenden belegen folglich zwei Kurse. In begründeten Fällen ist es auch möglich, lediglich einen Kurs zu besuchen. Die Kurzeiten und -räume entnehmen Sie bitte dem Programm.

Für fortgeschrittene Studierende und Doktorierende steht eine begrenzte Anzahl Freiplätze zur Verfügung. Formlose Anmeldung bitte per E-Mail.

Nähere Informationen zu den einzelnen Kursen finden Sie hier.

Workshop Kybernetische Anthropologie und Literaturwissenschaft
Referent: Prof. Dr. Stefan Rieger (Bochum)

Datum: 30. Juni 2009 (14.00 - 18.00) / 1. Juli 2009 (10.00 - 14.00)
Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Raum SOD-1-105

Der Mediatisierung ist nicht zu entkommen. Dies gilt auch für das menschliche Selbst und hat zum Einbezug kybernetischer Konzepte wie Rückkopplung oder virtueller Vorlauf in die moderne Anthropologie geführt. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Workshop Konzepte der Selbstübertragung in literaturwissenschaftlicher Theoriebildung.

Ein Reader wird ca. zwei Wochen vorher per Mail an die teilnehmenden Personen verschickt.

Workshop und Vortrag zur Logik des Bildlichen
Referentin: Prof. Dr. Martina Heßler (Offenbach am Main)

Datum: 17. Juni 2009, 15:00 - 17:45 (Workshop); 18.00 (Vortrag) / 18. Juni 2009, 10:00 - 14:00 (Workshop)
Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Raum SOD 105

"Nützliche" Bilder sind neben der Sprache fester Bestandteil der Generierung von Wissen. Der Vortrag setzt sich mit aktuellen Forschungen auseinander, welche die Erzeugung von Bedeutung nicht nur über Sprache, sondern über Bilder untersuchen. Der Workshop bietet die Möglichkeit, Theorien des Bildlichen zu diskutieren: Bilder sind zwar Medien, aber inwiefern greift eine Medientheorie zu kurz? Weshalb ist es sinnvoller, auf den Begriff der Medialität zurückzugreifen? Mit welchen Mitteln schaffen Visualisierungen Bedeutung oder wie stellen sie eine Behauptung auf? Was ist ihre Logik in Abgrenzung und Ergänzung zur Sprache?

Der Workshop Logik des Bildlichen ist der erste der Reihe Medialität. Ein Reader wird ca. zwei Wochen vorher per Mail an die teilnehmenden Personen verschickt. Der zweite Workshop Medium und Differenz findet im Januar 2010 unter der Leitung von Prof. Dr. Sybille Krämer (Berlin) statt.

Workshop Sprachliche Muster im Blickfeld von Korpuslinguistik und Rhetorik
Referenten: Noah Bubenhofer, Thomas Forrer, Klaus Müller-Wille (Zürich)

Datum: 3. Juni 2009, 9.00 - 18.30
Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Räume SOD 002 und SOD 105

Mit Vorträgen und Workshops werden Sprachliche Muster ins Zentrum von literatur- und sprachwissenschaftlichen Fragestellungen gestellt. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wirft den Blick auf rhetorische Wiederholungsfiguren sowie mögliche Verfahren der Wiederholung; aus linguistischer Perspektive werden sprachliche Muster vor dem Hintergrund der Korpuslinguistik als statistisch signifikante Wortverbindungen betrachtet, die auf musterhaften Sprachgebrauch hinweisen.

Vortrag Literale Prozeduren und Textroutinen und Kolloquium
Referent: Prof. Dr. Helmuth Feilke (Giessen)

Datum: 18. Mai 2009, 18.00 (Vortrag) / 19. Mai 2009, 9.00 - 13.00 (Workshop)
Ort: Vortrag: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Raum SOD 002 / Workshop: Rämistrasse 69, 8006 Zürich, Raum SOC 1-102

Sowohl der Erwerb und die Vermittlung literaler Kompetenzen als grundlegende Kulturtechniken als auch die Frage, was genau darunter zu fassen ist, stehen im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses und der Bildungspolitik. Mit der Fokussierung auf Routinen wissenschaftlich-fachlichen Darstellens und Argumentierens leistet der Vortrag einen Beitrag zur Untersuchung solcher Kulturtechniken, deren Aneignung unabdingbare Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe in einer stark schriftbasierten Wissensgesellschaft ist. Am Samstag, 19. Mai, bietet Herr Feilke interessierten Doktorierenden die Möglichkeit, ihr Forschungsprojekt im kleinen Kreis vorzustellen und zu diskutieren.

Teilnehmende sollten ein Paper zu ihren Forschungsprojekten bzw. Vorträgen vorbereiten.

Workshop Dramaturgie der Umschuldung
Referent: Dr. Daniel Cuonz (Yale)

Datum: 8. Mai 2009 (14.00 - 18.00) / 9. Mai 2009 (10.00 - 14.00)
Ort: Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich, Raum SOD-1-105

Seit der Poetik des Aristoteles ist die Tragödientheorie die massgebliche Instanz der darstellungstheoretischen Reflexion von Schuldzusammenhängen. Der Workshop geht der theoretisch-dramatischen Entwicklung des "Schuld"-Konzepts sowie der intrikaten Mehrdeutigkeit seiner Inszenierung an einer Auswahl von Texten (Diderot, Lessing, Schiller, Dürrenmatt, etc.) nach.

Ein Reader wird ca. eine Woche vorher per Mail an die teilnehmenden Personen verschickt.