Das Projekt

Was ist die »conditio extraterrestris«?

Unter conditio extraterrestris verstehen wir den Gesamtkomplex der Vorstellungen, deren Grundvoraussetzung die Annahme des bewohnten oder zu bewohnenden Weltraums ist. Sie umfasst somit die literarische Fiktion und die medientheoretische Reflexion ebenso wie die philosophische und theologische Spekulation bzw. die astronomische und astrobiologische Untersuchung. Insofern das Projekt den ausserirdischen Raum als das historische Produkt ineinandergreifender Wissenspoetiken begreift, gibt es zum einen Aufschluss über die ästhetische und historische Funktionalität der Weltallphantasie wie zum anderen über die kulturtheoretischen Grundlagen heutiger und kommender Weltallexpeditionen.

Was uns beschäftigt

Die astronomische Erkundung des Weltalls ist seit Kepler untrennbar mit der Ausbildung einer ausserirdischen Phantasie verknüpft: Nicht allein die Konstellationen der Planeten interessieren, sondern wie man auf ihnen lebt bzw. leben könnte. Der literarischen Einbildungskraft kommt dabei eine koordinatorische Funktion zu, denn sie übermittelt die Bilder von den fremden Welten und Wesen und entwirft erzählend die bewohnte Galaxie als eine dem Menschen und seinen Wissenskulturen (von der christlichen Schöpfungslehre bis zur Evolutionstheorie) sinnhaft erscheinende Ordnung. Diesen Prozessen der Erzeugung und Vermittlung des extraterrestrischen Raumes will das Projekt aus einer produktionsästhetischen, einer mediengeschichtlichen und einer rezeptionsästhetischen Perspektive nachgehen. Der Perspektiventeilung entsprechen die drei Subprojekte Kosmographisches Erzählen, Interstellare Kommunikation und Der ausserirdische Leser.