GIF

Kontakt - Lesen und Schreiben im Weltall

23.-25.5.2016, Collegium Helveticum Zürich

Das Verhältnis zwischen Literatur und Weltall entziffert sich uns heute vor allem im Horizont eines medienwissenschaftlichen Topos: der «Gutenberg-Galaxis» McLuhans. Der Literatur hat sich dieser Begriff als ein vergiftetes Geschenk erwiesen, denn obwohl er gezielt die Strukturen des ausserirdischen Vorstellungsraumes auf den Kosmos des gedruckten Wortes überträgt, schliesst er tatsächlich die Bücher aus diesem Raum aus. Die Gutenberg-Galaxis endet just in jenem Moment, in dem die medientechnische Durchdringung des Weltalls beginnt. Die Literatur wäre demnach kein interstellares Medium.
Kontakt – Lesen und Schreiben im Weltall, die zweite Konferenz des Zürcher Forschungsprojekts «Conditio extraterrestris», begibt sich hinter McLuhans Zäsur zurück und stellt diese zur Disposition. Sie fragt nach dem galaktischen Selbstverständnis der Literatur, den in ihr sich entwickelnden extraterrestrischen Medienfiktionen und der Poetik des «Kontakts». Welche Querverbindungen bestehen zwischen dem Diskurs der Inspiration und dem Diskurs der kosmischen Netzwerke?
Wie organisieren sich Texte, die jenseits der Erde gelesen werden sollen? Und inwiefern ist es überhaupt möglich, die Kommunikation mit Ausserirdischen im Medium
der Literatur zu reflektieren? In der Diskussion mit Forschenden aus Literatur- und
Medienwissenschaft, Astronomie und Geschichtswissenschaft, Filmwissenschaft und Neuropsychologie sollen diese Fragen erörtert werden – mit dem Ziel, den Blick für die medienwissenschaftliche, kulturhistorische wie literaturtheoretische Bedeutung des Lesens und Schreibens im All neu zu schärfen.