Eine Auswahl der zu untersuchenden Phänomenbereiche
Bei der folgenden Auflistung handelt es sich um ein Arbeitspapier, das einen groben Überblick über ausgewählte Phänomene der schweizerdeut schen (Morpho-)Syntax geben soll. Es handelt sich nicht um eine abschliessende wissenschaftliche Klassifikation.
- Nominalphrase
- Stellung/Doppelung des unbestimmten Artikels in der Nominalgruppe:
si wär (e) ganz e gueti Frau für de Markus (mehr dazu Steiner im Druck, 2006 und 2005) - Stellung/Doppelung des bestimmten Artikels:
er isch (dr) vil dr besser Choch (mehr dazu Steiner 2006) - Stellung/Doppelung von Indefinitpronomina:
(öpper) ganz öpper fremds isch choo (mehr dazu Steiner 2006) - Pronominaler Partitiv/Nullobjekt (entsprechend Hochdeutsch welch-):
sell-i re / Ø ga chaufe? [Milch] - Flexion des Adjektivs nach Indefinitpronomen:
öpper nöis / öpper nöier isch choo - Kongruenz von koprädikativen Adjektiven:
Fischstäbli mues mer doch gfrore / gfrorni / gfrornä aabräätle (mehr dazu Bucheli Berger 2005b und Bucheli Berger/Glaser 2004) - Possessivkonstruktionen:
das isch em Peter
das isch s Peters
das isch s Sandras
em Lehrer sin Hund
s Lehrers Hund
das isch mir
das isch der Lehrerin - Fehlen des bestimmten Artikels vor Eigennamen:
ich han Ø Anna gsee (mehr dazu Bucheli Berger 2006)
- Stellung/Doppelung des unbestimmten Artikels in der Nominalgruppe:
- Pronomina
- Stellung von Pronomina und/oder Klitika:
si bringt-mer-s
si bringt-s-mer - Ausfall des klitischen Pronomens 1.Sg.:
ha-Ø-der das nid scho verzellt? - Ausfall der 2.Sg.:
tänk draa, das t/Ø muesch ga wähle gaa! - Einsatz/Fehlen des expletiven es:
do wird's gwärchet
im Winter, wenn Ø chaalt isch (mehr dazu Glaser 2003) - Pronomen der 3. Pers. für Reflexiv:
Er lueget nume für inn sälber - Indefinitpronomen zur Bezeichnung geringer Menge:
Häsch ghöört, es sell hüt no öppis Schnee gää! (mehr dazu Steiner 2006) - ein als Indefinitpronomen man auch im Nominativ:
Es weiss ein nid, wo aafange - Interrogativum für Indefinitpronomen:
Suechsch was?
- Stellung von Pronomina und/oder Klitika:
- Kasus
- Präpositional erweiterter Dativ:
i wëmm wett er dänn die schööne Blueme bringe? (mehr dazu Seiler 2008, 2004a, 2003 und 2002) - Kasusflexion von Eigennamen:
Ich han Fritzen gsee (mehr dazu Bucheli Berger 2006) - Zusammenfall Akkusativ-Dativ:
Die sind nid für dir! - Akkusativ nach Kopula:
Das isch inn gsii
- Präpositional erweiterter Dativ:
- Verbalgruppe
- Wortstellung im komplexen Prädikat (Verbalklammer im Nebensatz):
(ich ha kei Aanig,) öb er das Auto scho zalt het/het zalt
ich weiss au nid, ob er ämal wett hürate/hürate wett
S Telefon hät grad glüütet, woni han welle gaa (mehr dazu Seiler 2004b) - Ersatzinfinitive:
ich ha de Fritz ghöört/ghööre choo - Infinitivpartikeln:
si isch ga poschte (ggange)
Da mues i zersch (go) luege
Er laat de Schriiner (la) choo
Wänn s so warm bliibt, faat s Iis afa schmelze (mehr dazu Glaser/Frey 2007, Glaser/Frey 2011) - Verlaufskonstruktion am + Infinitiv:
si isch am d Rüebli rüschte
si isch d Rüebli am rüschte - Resultativkonstruktionen:
dr Chorb isch umkipptä - Hilfsverb und Kongruenz beim Passiv:
Si isch grad verchauft(i) worde/cho - Wortstellung des Infinitivs in der tun-Periphrase:
Das gfalle tät mir au - Verbfokussierung:
Sii bisch scho en Fliissigi! - Sekundäre Prädikation zusammen mit kommen:
Dänn isch en Fuchs z schliiche cho - Infinitivanschluss mit/ohne zu:
Ich ha vergässe (z) üebe - Inchoativperiphrase mit kommen:
Chunsch z früüre? - Sog. Gerundium-Formen:
Du häsch sicher vil z verzellid
- Wortstellung im komplexen Prädikat (Verbalklammer im Nebensatz):
- Satzverknüpfung
- Erweiterung der Nebensatzeinleitung mit dass (doubly filled Comp.):
er cha doch nid wüsse, wo dass d wonsch - Pronominale Wiederaufnahme im Relativsatz (Resumptivpronomina):
das isch de Maa, won em geschter de Wääg zeigt han - Anschlusslose (invertierte) Ergänzungssätze:
i ha no Glück, han i e gueti Woonig! - Satzverschränkungen:
Wer häsch gsäit dass (er) em Kevin ghulfe hät? - Wahl und Position des Anschlussmittels für finale Infinitive:
ich bruuche Tablette zum / für ii(z)schlaafe (mehr dazu Seiler 2005)
- Erweiterung der Nebensatzeinleitung mit dass (doubly filled Comp.):
- Weiteres
- Doppelung bei Pronominaladverbien:
daa-demit wett-i nüüt z tue haa
daa wett-i nüüt (de)mit z tue haa - Doppelte Negation:
s isch niene kän Mäntsch ume
Weisch, früener hät niemer kä Gält ghaa für daas! - Kontaminationsformen Präposition + bestimmter Artikel Dat.Sg.f.:
ar Wand
a de Wand - Verdoppelung des w-Fragewortes in Ergänzungsfragen:
Was macht dr Urs jetz was? (mehr dazu Frey 2011, 2010, 2006 und 2005) - Komparativanschluss:
Si isch grösser als/wie/weder/wan ich (mehr dazu Friedli 2006 und 2005)
- Doppelung bei Pronominaladverbien:
