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Nadio Giger
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Schwerpunkte |
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Grammatiktheorien, Generative Grammatik, Optimalitätstheorie, Kasus, das Deutsche als plurizentrische Sprache, Schweizerhochdeutsch |
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Forschung |
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Dissertation |
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Titel: |
»Nominativ-Akkusativ-Variation im Schweizerhochdeutschen – eine generativ-optimalitätstheoretische Analyse« |
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Betreuerin: |
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Abstract: |
Im Projekt wird drei Fragen nachgegangen: 1) In welchen Konstruktionen des Schweizerhochdeutschen tritt anstatt des standardsprachlich erwarteten Akkusativs ein Nominativ oder eine nominativisch scheinende Form auf? 2) Wie können die verschiedenen Varianten formal-grammatisch erklärt werden? 3) Welche Regularitäten lassen sich zwischen den grammatischen Strukturen der verschiedenen Varianten und ihrem Auftreten in verschiedenen Varietäten des Schweizerhochdeutschen erkennen?
Den Ausgangspunkt der Arbeit bildet eine Darstellung der Varietätensituation in der deutschsprachigen Schweiz. In Anlehnung an die Terminologie von AMMON (1995) wird ein Varietätenmodell vorgeschlagen, das verschiedene Varietätenebenen – insbesondere den kodifizierten Standard, den Gebrauchsstandard sowie die nichtdialektale Umgangssprache – unter den Terminus Schweizerhochdeutsch subsumiert. Innerhalb dieser Varietätenebenen werden die folgenden Konstruktionen fokussiert, in denen standardsprachlich der Akkusativ auftritt: (i) Kongruenzkasus-Konstruktionen wie etwa Objektprädikativ-Konstruktionen (vgl. Sie nennen ihn einen netten Jungen) oder partitive Appositionen (vgl. Wir trinken drei Liter schwarzen Kaffee), (ii) Konstruktionen transitiver Verben mit prädikativem Charakter (vgl. Flavia Rigamontis Coup bedeutet den grössten Moment im Schweizer Schwimmsport) sowie (iii) Konstruktionen mit einem direkten Objekt im Vorfeld (vgl. Den zweiten Durchgang verliert der Schweizer im Tiebreak) bzw. im Mittelfeld.
Aus formal-grammatischer Sicht interessiert hier zum einen die Frage, wie Phrasen, an denen sich die Kasusvariation in solchen Konstruktionen zeigt, überhaupt der Akkusativ-Kasus zugewiesen werden kann. Die zweite Frage betrifft den Status einer scheinbaren Nominativ-Variante in denselben Konstruktionen (vgl. Sie nennen ihn ein netter Junge) und den Grund für diese Variation. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine Nominativ-Phrase? Oder trägt die Phrase nicht vielmehr noch immer das Kasus-Merkmal [+ Akkusativ], tritt aber in einem mit dem Nominativ formal identischen Flexionsparadigma auf? Mithilfe quantitativer Verfahren (Korpusrecherche) soll weiter gezeigt werden, welche Tendenzen bezüglich der varietären Distribution solcher Kasusvarianten festzustellen sind. Dazu wird auch auf die Optimalitätstheorie zurückgegriffen, die als formales Beschreibungs- und Erklärungsmodell für die Verteilung und Grammatikalität verschiedener Varianten in unterschiedlichen Varietäten einer Sprache dienen kann. Abschliessend wird mit Blick auf Deutschland und Österreich als zwei weiteren Vollzentren der deutschen Sprache gefragt, ob die untersuchten Variationsphänomene tatsächlich Exklusivmerkmale des Schweizerhochdeutschen oder nicht vielmehr allgemeine Merkmale des gemeindeutschen Gebrauchsstandards wie auch der Umgangssprache sind.
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