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Christa Dürscheid
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Schwerpunkte
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Grammatik, Sprache in den neuen
Medien, Schriftlinguistik, Sprachdidaktik
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Forschungsvorhaben
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Grammatik des Deutschen:
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Im Mittelpunkt stehen
sprachvergleichende Untersuchungen von
Wortstellungsregularitäten auf formaler und funktionaler
Ebene. Auf empirischer Ebene soll anhand der Daten
überprüft werden, inwieweit die Stellungsmuster durch
den Kommunikationsrahmen bedingt sind. Auf theoretischer Ebene ist zu
fragen, wie ein Grammatikmodell konzipiert werden kann, das es
ermöglicht, die Daten in einer Verbindung von syntaktischer
und pragmatischer Analyse zu beschreiben.
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Sprache in den neuen Medien:
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Die Frage, ob das
Kommunikationsmedium einen Einfluss auf die Wahl der sprachlichen
Mittel hat, ist in der linguistischen Forschung umstritten. In eigenen
Arbeiten zur E-Mail-, Chat- und SMS-Kommunikation habe ich
nachgewiesen, dass es einen solchen Zusammenhang gibt, dieser aber von
zahlreichen anderen Faktoren (Beziehung der Kommunikationspartner,
Thema, Öffentlichkeit vs. Privatheit, synchrone vs. asynchrone
Kommunikation) überlagert wird. Gegenstand weiterer Forschung
soll sein, dieses komplexe Bedingungsgefüge genauer zu
analysieren.
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Dissertationen
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Patrizia Sutter
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Die Kodifizierung standardsprachlicher Varianten in Wörterbüchern. Überlegungen zur plurizentrischen Lexikographie des Deutschen
In der geplanten Dissertation soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die heutige Lexikographie dem Konzept der Plurizentrizität des Deutschen gerecht wird und welche Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der lexikographischen Datenerhebung, -aufbereitung sowie in der Datenpräsentation noch ausgeschöpft werden können. Als Grundlage der Untersuchung dient eine Bestandesaufnahme gegenwartssprachlicher Wörterbücher: Deutschländische, österreichische sowie schweizerische Ausgaben werden in einem ersten Schritt daraufhin untersucht, welche standardsprachlichen Varianten auf lexikalischer und grammatischer Ebene verzeichnet sind und wie die Verfasser bei der Aufnahme der Varianten jeweils verfahren. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die von Ulrich Ammon so bezeichneten „Grenzfälle des Standards” gerichtet. In einem weiteren Schritt sollen ausgewählte Wörterbücher in Bezug auf ihre Makro-, Meso- und Mikrostruktur analysiert und miteinander verglichen werden. Neben Printwörterbüchern werden an dieser Stelle auch elektronische Wörterbücher sowie Wörterbuchportale betrachtet. Sie sind für die Lexikographie der Zukunft von massgeblicher Bedeutung, da mit dem neuen Medium neue Möglichkeiten der Datenaufbereitung und -präsentation einhergehen.
Ein Ziel des vorliegenden Dissertationsprojekts ist auch, stärker als bisher die Bedürfnisse des „Endverbrauchers”, d.h. des Wörterbuchbenutzers, in den Blick zu nehmen. In einem Exkurs zur Wörterbuchbenutzungsforschung sollen deshalb folgende Fragen erörtert werden: Welche Wörterbücher werden von Lehrpersonen in den drei Vollzentren der deutschen Sprache bei Fragen, welche die regionale Verbreitung von sprachlichen Ausdrücken betreffen, tatsächlich benutzt? Werden sie überhaupt benutzt? Welche Wörterbücher führen bei solchen Problemstellungen am schnellsten zu einer Antwort? Welche Strukturen in Wörterbüchern versprechen den höchsten Erkenntnisgewinn? Für die Beantwortung dieser Fragen werden sowohl Umfragen unter Lehrern gemacht als auch Wörterbuchbenutzungsprotokolle erstellt. In einem letzten Schritt werden schliesslich die Erkenntnisse der vorangehenden Untersuchungen zusammengefasst und allfällige Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der plurizentrischen Lexikographie des Deutschen aufgezeigt.
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Diatopische Unterschiede im Kasusgebrauch (Arbeitstitel)
Für diatopische Unterschiede im Sprachgebrauch interessierte sich lange Zeit nur die Dialektologie. Erst in den letzten zwanzig Jahren rückte der areal unterschiedliche Gebrauch der Standardsprache in den Fokus, wobei sich die meisten Arbeiten auf Unterschiede in der Lexik konzentrierten. Doch gibt es auch in verschiedenen Bereichen der Grammatik diatopische Unterschiede zwischen dem deutschen, dem österreichischen und dem Schweizer Standarddeutsch. Auf einen dieser Bereiche, den Kasusgebrauch, lege ich den Schwerpunkt in der geplanten Dissertation. Im ersten Teil der Arbeit soll der Plurizentrizitätsbegriff kritisch hinterfragt werden. Ist es sinnvoll, bei empirischen Untersuchungen von einer Dreiteilung des zusammenhängenden deutschen Sprachraums auszugehen? Und inwiefern müssen auch diatopische Unterschiede im Sprachgebrauch innerhalb der drei Länder berücksichtigt werden? Eine weitere Frage betrifft die Abgrenzung gegenüber Varietäten, die nicht-diatopischer Natur sind: Welchen Einfluss haben die diastratische, die diaphasische sowie die Mündlichkeits-Schriftlichkeits-Dimension auf den Kasusgebrauch? Dabei ist zu unterscheiden zwischen verschiedenen Typen von Varianz, die die Wahl der Kasusform resp. Kasuskategorie betreffen.
Im zweiten Teil der Arbeit lege ich den Schwerpunkt auf die Analyse eines annotierten Korpus, das im Rahmen des Projekts Variantengrammatik erstellt wird. Auf der Basis dieser Daten soll der Nachweis für unterschiedlichen Kasusgebrauch innerhalb der drei Vollzentren der deutschen Sprache erbracht werden. Dabei wird in einer ersten Phase im Korpus nach Phänomenen gesucht, die bereits in Kodizes (z.B. im Zweifelsfälle-Duden) erfasst sind. Mit Hilfe der Korpusdaten können diese Angaben überprüft werden. In der zweiten Phase wird nach diatopischen Unterschieden gesucht, die in den Kodizes bisher noch nicht erfasst sind. Es wird sich dabei vermutlich nicht um absolute Unterschiede handeln, sondern um Abweichungen in der Frequenz des Gebrauchs.
Im Ganzen will die Dissertation einen Beitrag dazu leisten, dass ein wichtiger Teil der deutschen Grammatik, die Kasusmarkierung in der Standardsprache, empirisch untersucht, dokumentiert und umfassend beschrieben wird.
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Angela-Stella Vantaggiato
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Männliches Sprechen, weibliches Sprechen? – Eine qualitative Gesprächsanalyse lesbischer Paarbeziehungen im Kontext sozialer und sexueller Identität (Arbeitstitel)
Judith Butlers performatives Modell von Gender, in welchem die Kategorien »männlich« und
»weiblich« als Produkt einer Wiederholung von Handlungen verstanden werden und nicht als
natürliche und unausweichliche Tatsachen, bietet Spielraum für ein Erproben von alternativen
Geschlechtsidentitäten und ist die Ausgangslage für diese Dissertation. Hier sind auch die
sogenannten Butch-Femme-Beziehungen als queer identities anzusiedeln. Als Butches werden dabei
als männlich wirkende Lesben bezeichnet, die nicht dem heterosexuell tradierten Frauenbild
entsprechen. Die Femme hingegen ist die weiblich wirkende Lesbe, die dem heterosexuellen
Frauenbild entspricht. Es gilt in einer qualitativen Analyse herauszufinden, wie Butches und Femmes
in einer Beziehung miteinander kommunizieren: Nutzen sie in Beziehungsgesprächen explizit
männliche und weibliche Sprachregister, um ihre Geschlechterrolle innerhalb einer Butch-Femme-
Relation zu konstituieren und zu festigen? Ausgangspunkt der linguistischen Gesprächsanalyse ist
dabei das verbale Verhalten mit Berücksichtigung von para- oder nonverbalen Äußerungen, das über
Ton- und Videoanalysen erforscht werden soll. Ein Fragebogen mit der Möglichkeit einer offenen
Beantwortung zur Selbstwahrnehmung innerhalb der Paarbeziehung soll dabei die Analyse
unterstützen und einzuschätzen helfen, wie bewusst sich die Teilnehmenden der eigenen
Sprachanwendung sind. Die Untersuchung soll über die heteronormative Sprachanalyse
hinausgehend Bezug nehmen auf Aspekte von Gender und Sex und stellt damit eine Korrelation
zwischen den Bereichen Transgender, Transsexualität, Herrenimitation (sog. Drag King
Perfomances) und Sprache her. Die Analyse des Sprechens im Kontext der Geschlechtlichkeit schließt
damit an die Frage nach der Funktion von Sprache an und leistet somit einen Beitrag zur Erfassung
und Erklärung performativer Rollen.
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Fabienne Müller
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Populäre Sprachkritik aus wissenschaftlicher Sicht.
Darstellung und Kritik (Arbeitstitel)
Im ersten Teil der Dissertation wird dargelegt, was populäre Sprachkritik ist, wie sich die Linguistik dazu stellt und ob sich hier möglicherweise eine Wende abzeichnet. In diesem Zusammenhang werden auch die metasprachlichen Diskurse, die die Öffentlichkeit und die Sprachwissenschaft prägen, charakterisiert und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten erörtert. Thema des zweiten Teils sind die Möglichkeiten und Verdienste sowie die Stärken und Schwächen populärer Sprachkritik. Dies wird vornehmlich am Beispiel von Bastian Sicks Kolumnensammlung »Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod« diskutiert. Sodann führe ich aus, weshalb die Wende hin zu einer Auseinandersetzung mit populärer Sprachkritik begrüssenswert ist und was die Linguistik im Hinblick auf eine wissenschaftlich fundierte Sprachkritik leisten kann und soll. Abschliessend wird der Frage nachgegangen, wie es gelingen kann, sprachwissenschaftliche Themen und Erklärungsansätze stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
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Nominativ-Akkusativ-Variation im Schweizerhochdeutschen – eine generativ-optimalitätstheoretische Analyse
Im Projekt wird drei Fragen nachgegangen: 1) In welchen Konstruktionen des Schweizerhochdeutschen tritt anstatt des standardsprachlich erwarteten Akkusativs ein Nominativ oder eine nominativisch scheinende Form auf? 2) Wie können die verschiedenen Varianten formal-grammatisch erklärt werden? 3) Welche Regularitäten lassen sich zwischen den grammatischen Strukturen der verschiedenen Varianten und ihrem Auftreten in verschiedenen Varietäten des Schweizerhochdeutschen erkennen?
Den Ausgangspunkt der Arbeit bildet eine Darstellung der Varietätensituation in der deutschsprachigen Schweiz. In Anlehnung an die Terminologie von AMMON (1995) wird ein Varietätenmodell vorgeschlagen, das verschiedene Varietätenebenen – insbesondere den kodifizierten Standard, den Gebrauchsstandard sowie die nichtdialektale Umgangssprache – unter den Terminus Schweizerhochdeutsch subsumiert. Innerhalb dieser Varietätenebenen werden die folgenden Konstruktionen fokussiert, in denen standardsprachlich der Akkusativ auftritt: (i) Kongruenzkasus-Konstruktionen wie etwa Objektprädikativ-Konstruktionen (vgl. Sie nennen ihn einen netten Jungen) oder partitive Appositionen (vgl. Wir trinken drei Liter schwarzen Kaffee), (ii) Konstruktionen transitiver Verben mit prädikativem Charakter (vgl. Flavia Rigamontis Coup bedeutet den grössten Moment im Schweizer Schwimmsport) sowie (iii) Konstruktionen mit einem direkten Objekt im Vorfeld (vgl. Den zweiten Durchgang verliert der Schweizer im Tiebreak) bzw. im Mittelfeld.
Aus formal-grammatischer Sicht interessiert hier zum einen die Frage, wie Phrasen, an denen sich die Kasusvariation in solchen Konstruktionen zeigt, überhaupt der Akkusativ-Kasus zugewiesen werden kann. Die zweite Frage betrifft den Status einer scheinbaren Nominativ-Variante in denselben Konstruktionen (vgl. Sie nennen ihn ein netter Junge) und den Grund für diese Variation. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine Nominativ-Phrase? Oder trägt die Phrase nicht vielmehr noch immer das Kasus-Merkmal [+ Akkusativ], tritt aber in einem mit dem Nominativ formal identischen Flexionsparadigma auf? Mithilfe quantitativer Verfahren (Korpusrecherche) soll weiter gezeigt werden, welche Tendenzen bezüglich der varietären Distribution solcher Kasusvarianten festzustellen sind. Dazu wird auch auf die Optimalitätstheorie zurückgegriffen, die als formales Beschreibungs- und Erklärungsmodell für die Verteilung und Grammatikalität verschiedener Varianten in unterschiedlichen Varietäten einer Sprache dienen kann. Abschliessend wird mit Blick auf Deutschland und Österreich als zwei weiteren Vollzentren der deutschen Sprache gefragt, ob die untersuchten Variationsphänomene tatsächlich Exklusivmerkmale des Schweizerhochdeutschen oder nicht vielmehr allgemeine Merkmale des gemeindeutschen Gebrauchsstandards wie auch der Umgangssprache sind.
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Peter Lang
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Verbvalenz, Satzkonstruktion, Textkohäsion – Eine systematische Untersuchung
der Relationalität von Sprache (Arbeitstitel)
Mit den komplexen Geflechten von sprachlichen Zeichen und Strukturen befassen sich sowohl die Valenztheorie, die Konstruktionsgrammatik als auch textlinguistische Ansätze. Welches dieser Konzepte den Primat zur Beschreibung und zur Erklärung des Zusammenspiels von Relationen in Sätzen oder Texten der Gegenwartssprache hat, ist umstritten. Im einleitenden Forschungsüberblick evaluiere ich die den Konzepten zugrunde liegenden Annahmen zum Relationsbegriff sowie die Argumente für den Primat. Im zentralen Teil der Arbeit untersuche ich mittels einer sprachphilosophisch orientierten Diskussion, ob und wie ein einheitliches Konzept entwickelt werden kann. Hier nehme ich an, dass die moderne, auf Verben ausgerichtete Valenztheorie mit der Unterscheidung von Valenzpotenz und Valenzrealisierung die optimale Basis dafür bietet, Bottom-up und Top-down-Ansätze zur Beschreibung und Erklärung der syntaktischen, semantischen und pragmatischen Relationalität von Texten zu verbinden. Im abschliessenden empirischen Teil ermittle ich den praktischen Nutzen der gewonnenen Erkenntnisse für die Optimierung der Produktion und der Interpretation von Abstracts wissenschaftlicher Texte.
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Sarah Brommer
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Stilistische Angemessenheit von Texten – Entwicklung eines Analyseinstruments (Arbeitstitel)
Die Didaktik in Wissenschaft und Schule benötigt ein Instrumentarium zur Analyse von Texten, mit welchem sich Defizite und Stärken des individuellen Textes erkennen lassen. Diese Textanalyse kann schließlich die Grundlage einer gezielten, individuellen Förderung bilden. Angesichts der knappen Ressourcen in Wissenschaft und Bildung, die die Förderung des Individuums faktisch verhindern, muss ein solches Analyseinstrument zwei Kriterien genügen: Erstens: Es muss ökonomisch anwendbar sein. Zweitens: Es muss eine objektive Bewertung des Textes und seiner Angemessenheit leisten, die erst einmal unabhängig von der Bewertungskompetenz der Begutachtenden ist. Das zweite Kriterium impliziert, dass nicht nur die Merkmale berücksichtigt werden, die dem Leser auffallen, sondern alle stiltypischen Merkmale in die Analyse einbezogen werden. Ziel des Dissertationsprojekts ist es, die sprachwissenschaftlichen Grundlagen für ein solches Analyseinstrument zu schaffen. Als Messgröße zur Analyse der Stilkompetenz fungiert die Stiladäquatheit, welche sich durch den Abgleich der stiltypischen Merkmale eines individuellen Textes mit dem genre- und fachspezifischen Durchschnitt ergibt. Die dahinter stehende Grundannahme ist, dass sich die stilistische Angemessenheit eines Textes an der allgemein verbreiteten Vorstellung darüber bemisst, wie ein Text dieses Genre und Fachs beschaffen sein sollte. Diese Vorstellung bzw. Erwartung resultiert zum einen aus der Existenz eines sog. Common sense-Wissens, das zu einem typischen, pragmatisch validierten Sprachgebrauch führt. Zum anderen gründet sie auf der durchschnittlichen Beschaffenheit aller Texte dieses Genres und Fachs, gewissermaßen auf dem typischen Text. Primäres Ziel des Dissertationsprojektes ist es, stilistische Kriterien zu identifizieren, anhand welcher sich Stiladäquatheit bemessen lässt. In einem zweiten Schritt wird zu überlegen sein, welche dieser Kriterien operationalisierbar für ein Analyseinstrument der genre- und fachspezifischen Stilkompetenz sind. Als Experimentierfeld sollen zwei Vergleichskorpora wissenschaftlichen Genres (bspw. Aufsätze aus sprachwissenschaftlichen und medizinischen Fachzeitschriften) und ein möglichst breit gestreutes Referenzkorpus dienen. Die Analyse erstreckt sich auf mehrere Ebenen: Lexik (z. B. Umfang des Wortschatzes, Kollokationen, Wortarten), Syntax (z. B. Formulierungsmuster, Satzbaumuster, Umfang und hierarchische Strukturierung der Sätze, Art und Häufigkeit von Nebensätzen) sowie auf Textebene. Mittels der drei Korpora soll bestimmt werden, was im Einzelnen typisch für einen jeweiligen Stil ist. Daran schließt sich insbesondere die Frage an, ob von einem allgemeinen, fächerübergreifenden Wissenschaftsstil auszugehen ist oder eher von fachspezifischen Ausprägungen. |
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Martin Businger
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Haben als Vollverb. Eine syntaktische Analyse unter Berücksichtigung semantischer und pragmatischer Aspekte (im Frühjahr 2009 abgeschlossen)
Im Zentrum der Dissertation
stehen Konstruktionen mit haben als Vollverb.
Nach einem umfassenden
Forschungs- und Datenüberblick wird eine syntaktische Analyse
entwickelt, die haben-Konstruktionen eng an
absolute mit-Konstruktionen
anbindet (vgl. [Mit den Händen in den Taschen]
rannte er los).
Die Arbeit möchte damit einen Beitrag leisten zur Frage,
inwiefern eine einheitliche syntaktische Beschreibung von haben-Konstruktionen
möglich und
angemessen ist. Dabei kommen
auch semantische Aspekte von haben-Konstruktionen
zur Sprache. Es zeigt
sich eine starke semantische Verwandtschaft zwischen haben
(als
transitivem Verb) und sein (als Kopulaverb),
sodass der Schluss zu
ziehen ist, dass haben im Deutschen die Funktion
eines
›transitiven Kopulaverbs‹ wahrnimmt.
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Christina Müller
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Kommunikation über Bilder – Zur Vernetzung von
Bild und Sprache auf Fotoseiten im Internet (Arbeitstitel)
Das Aufkommen der digitalen Fotografie und
die neuen Technologien des Internets (Web 2.0), welche es ermöglichen,
ohne spezielle EDV-Kenntnisse Fotos online zu publizieren, haben zu einer
enormen Bilderflut geführt. Nur selten jedoch sind Bilder ohne
dazugehörigen Text anzutreffen. In den sogenannten Foto-Communitys stehen
Bild und Sprache denn auch in vielfältigen Wechselbeziehungen. Ziel solcher
Plattformen ist es, über eigene und fremde Fotografien zu diskutieren,
was mittels der Kommentarfunktion geschehen kann. Eine weitere Möglichkeit
ist das Erstellen von Notizen, anhand derer sich präzis einzelne Stellen
der Fotos markieren und sodann kommentieren lassen. Diese Funktion ersetzt
das bei der Face-to-Face-Kommunikation über Bilder übliche Zeigen mit dem
Finger oder Laserpointer.
Anhand eines Korpus werden in der Dissertation die folgenden Fragestellungen zur Verknüpfung von Bild und Sprache bearbeitet:
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Susanne Oberholzer
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Dialekt und Standarddeutsch in Deutschschweizer Kirchen. Untersuchung zu Sprachgebrauch und Spracheinstellungen von Pfarrpersonen (Arbeitstitel)
In meiner Dissertation untersuche ich den Sprachgebrauch und die Spracheinstellungen von Pfarrpersonen in den beiden grossen Landeskirchen der Deutschschweiz. Mit dem Dissertationsprojekt verfolge ich zwei Ziele: Einerseits will ich aufzeigen, in welchen Situationen in einem bisher aus varietätenlinguistischer Perspektive nahezu unerforschten Bereich der Arbeitswelt Dialekt gesprochen wird und in welchen Standarddeutsch. Andererseits geht es darum, den Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch und Spracheinstellungen in einem spezifischen Feld – jenem der Kirchen – aufzuzeigen. Die Untersuchung umfasst Feldforschung mit Erhebungen von Sprachgebrauchs- und Spracheinstellungsdaten in verschiedenen Kirchen der Deutschschweiz sowie deren Analyse und Einordnung in den aktuellen Diskurs der Varietätenlinguistik. Zur Erhebung des Sprachgebrauchs mache ich in Gottesdiensten Tonaufnahmen. Dieses Korpus ergänze ich durch Podcastaufnahmen von drei Kirchgemeinden. Zusätzlich lasse ich Pfarrpersonen Kommunikationsprotokolle erstellen und erforsche den Sprachgebrauch ausserhalb der Gottesdienste durch Fragebogen. Im Zentrum der Sprachgebrauchsanalyse stehen Codeswitching-Phänomene, also Wechsel zwischen den beiden Sprachformen. Um die Einstellung zu den Varietäten Standarddeutsch und Dialekt zu untersuchen, führe ich Interviews sowie Befragungen mittels Fragebogen durch. Der Schwerpunkt der Einstellungsforschung liegt auf den Einstellungen gegenüber der Schweizer Varietät des Standarddeutschen. Die Untersuchung wird die wissenschaftliche Diskussion um Gebrauch, Funktion und Status des Standarddeutschen in der Deutschschweiz bereichern, eine Diskussion, die in den letzten Jahren in anderen Bereichen mit grosser Intensität geführt worden ist und die wohl auch in den kommenden Jahre anhalten wird. Dabei steht das Miteinander von Standarddeutsch und Dialekt im Zentrum: die Diglossie – das Miteinander zweier Sprachformen – und die Plurizentrizität – das Schweizer Standarddeutsch als gleichwertige Standardvarietät zu deutschem und österreichischem Standarddeutsch. Ich werde für einen akademischen Beruf, der in seinem Sprachgebrauch auch in der Öffentlichkeit im Fokus der Aufmerksamkeit steht, eine aktuelle Bestandsaufnahme machen und damit einen Beitrag zur Sprachsituationsforschung in der Deutschschweiz leisten. |
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Saskia Waibel
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Mobile Kommunikation über MMS.
Eine Typologie von Text-Bild-Botschaften
(Arbeitstitel)
Durch die Entwicklung des Multimedia Messenger Service (MMS)
für das Handy können kombinierte Bild-Text-Ton-Botschaften mobil gesendet
und empfangen werden. Mit MMS ergeben sich neue Möglichkeiten des
Informationsaustausches, der Speicherung von Informationen, des Multitasking
und der Medienkonvergenz. Durch die neueste Entwicklung der Mobiltelefone zu
»Alles-Könner-Geräten« (z. B. I-Phone), die vernetzte
Datenverwaltung und die plattformübergreifenden Benutzerschnittstellen
gewinnt dieser Service zunehmend an Attraktivität. Es gibt jedoch noch
kaum Forschungen zu den sprachlichen Merkmalen von MMS und den Nutzungsmustern
dieser Text-Bild-Ton-Botschaften. Im Zentrum der Dissertation steht deshalb die
Entwicklung einer Typologie für Text-Bild-Ton-Kombinationen. Daneben sollen
durch die Erhebung einer grossen Anzahl von MMS-Botschaften die folgenden
spezifischen Fragestellungen zum Thema beantwortet werden:
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