SNF-Projekt "Universitäre Lern- Kommunikation in virtuellen Räumen"

Laufzeit: 1. April 2012 - 30. September 2015
Förderung: SNF-Projektförderung
Leitung: Prof. Dr. Heiko Hausendorf
Mitarbeitende: Dr. Katrin Lindemann,
lic. phil. Emanuel Ruoss,
lic. phil. Caroline Weinzinger

Das Projekt "Universitäre Lern-Kommunikation in virtuellen Räumen" untersucht empirisch, welche kommunikativen Verfahren Studierende in komplexen Online-Lernumgebungen einsetzen, um dort Arbeits- und Lernprozesse zu strukturieren. Im Zentrum steht die Frage, welche kommunikativen Aufgaben sich den TeilnehmerInnen in der virtuellen Umgebung stellen und mit welchen Strategien sie diese Aufgaben bearbeiten.

Trotz einer rasant wachsenden Bedeutung von Online-Lehr- und Lernformen wie E-Learning oder Blended-Learning wissen wir bis heute sehr wenig darüber, wie sich die konkreten kommunikativen Prozesse zwischen den Teilnehmenden gestalten, wenn sie beim Online-Lernen Wissen austauschen und herstellen, wie also Lernen und Lehren unter den Bedingungen digitaler Kommunikation funktionieren.

An dieser Stelle setzt das Projekt an: Auf empirische Weise werden dialogische Strukturen der Kommunikation in komplexen, interaktiv ausgerichteten Online-Lernumgebungen im Hochschulkontext untersucht.

Drei Untersuchungsbereiche stehen im Zentrum:

  1. Grundlegende kommunikative Strategien der (aufgabenorientierten) Online-Kommunikation,
  2. Strategien der Lern-Kommunikation sowie die
  3. Kommunikation in vernetzten virtuellen Räumen.

Die zugrunde liegenden Daten wurden in mehreren E-Learning-Veranstaltungen erhoben, in denen die Studierenden in Kleingruppen eigene Forschungsprojekte durchgeführt haben. Der Grossteil der studentischen Arbeit fand auf einer passwortgeschützten Lernplattform statt, auf der die Studierenden, Tutorinnen und Tutoren sowie Dozierenden mithilfe von Foren, Wikis, Dateidiskussionen und im Chat kommunizierten.

Schaubild - Lernplattform OLAT

Unsere Untersuchug stützt sich zum einen auf die ethnomethodologisch geprägte Analysementalität der Konversationsanalyse, zum anderen auf neuere textlinguistische Ansätze. Durch die Kombination dieser beiden Methoden, die aus ihrer jeweiligen Perspektive auf die differenzierte Analyse sprachlicher Erscheinungsformen spezialisiert sind, wird eine umfassende Untersuchung der medial schriftlichen, konzeptionell zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit und zwischen Monolog und Dialog anzusiedelnden Kommunikation in der Online-Umgebung ermöglicht.

Das Projekt trägt zur Grundlagenforschung bei, indem es einen empirisch fundierten Beitrag zur linguistischen Erforschung internetbasierter Lernkommunikation liefert. Auf der Grundlage dieser Forschung können sich Hinweise zur besseren Nutzung der Möglichkeiten ableiten lassen, die das Internet für den Wissenserwerb bereitstellt - eine der grossen Herausforderungen, vor denen die universitäre Lehre zunehmend steht.