Der Zürcher Sommer 1968

Quellenedition und Sprachhistorisches Textkorpus
zur 68er-Bewegung in Zürich

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(c) Joachim Scharloth

Quellenedition: DVD-Rom und Buchedition

Anlage der Edition

Die wissenschaftlichen Quellenedition soll die intensive Phase der Proteste in Zürich, dem Zentrum der Deutschschweizer Bewegung, für ein wissenschaftliches Publikum, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit auf einer DVD-Rom dokumentiert werden. Im Zentrum der Dokumentation soll der Zürcher Sommer 1968, die Phase des Ausbruchs gewalttätiger Auseinandersetzungen, dem sog. Globuskrawall, die Gründung des "Zürcher Manifests" und die einwöchige Diskussionsveranstaltung im Centre Le Corbusier stehen. Diese zeitliche Beschränkung auf wenige Monate ist insofern gerechtfertigt, als die Zürcher Achtundsechziger-Bewegung vorher ein diffuses, kaum integriertes Netzwerk von Organisationen war und sich im Anschluss an den "Zürcher Sommer" die Akteursgruppen sehr bald auflösten oder spalteten, so dass von einem organisierten und kohärenten politischen Protest kaum mehr eine Rede sein kann.

Editionsprinzipien

Die Edition soll nach den Prinzipien dokumentarischen Edierens erstellt werden. Um Informationsverlust zu vermeiden sollen die in das Korpus aufgenommenen Dokumente einerseits als Faksimile abgebildet werden, andererseits aber auch in einer Volltextdatenbank erfasst und kommentiert werden. Diese Art des Edierens hat den Vorteil, dass sie zum einen Oberflächenphänomene wie die graphischen Besonderheiten der Quellen abzubilden erlaubt, zum anderen aber auch inhaltliche Analysen über die Volltextsuche vereinfacht. Um den Zugang zu den Materialien gerade auch für historisch interessierte Laien zu erleichtern, sollen repräsentative Quellen in einem Buch gesammelt und mit einleitenden Essays, Kommentaren und einer ausführlichen Chronologie versehen werden.

Anspruch der Edition ist es, nicht nur für Historikerinnen und Historiker von Nutzen zu sein. Der dokumentarische Charakter der Edition soll gewährleisten, dass die Edition für unterschiedliche Wissenschaften wie Kunstgeschichte, Sozialgeschichte, Medienwissenschaften, Literaturwissenschaft oder Linguistik von Nutzen sein kann. Dies trägt einer Entwicklung in der Erforschung von Protestbewegungen Rechnung: Sie wird seit wenigen Jahren nicht mehr alleine von Geschichtswissenschaft und Soziologie geprägt, sondern erhält wesentliche Impulse aus den Medien- und Kulturwissenschaften.