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MA Alexia Panagiotidis
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Paramythos. Rhetorik, Poetik und Materialität in H.C. Andersens Kunstmärchen
H.C. Andersen ist es im besonderen Maß gelungen, mit seinen Texten eine globale Wirkung zu entfalten. Märchen wie Däumelinchen (1835), Die kleine Meerfrau (1837) oder Die Dryade (1868) können als moderne Mythen bezeichnet werden, die in ihrer Behandlung zentraler Problemstellungen der Stimmlichkeit fundamentale Fragen der Gattung berühren.
Im Rückgriff auf den griechischen Begriff für Märchen Paramythos, von παρά (parā; bei, neben) und μῦθος (mŷthos; Laut, Wort, Erzählung, Geschichte) soll die Relation der Gattungen theoretisch und analytisch genauer bestimmt werden.Das Projekt nimmt seinen Ausgang in der zentralen These, dass die Gattung des Märchens in der Bezugnahme auf Mythen sich als Gattung neu ausrichtet. Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Rezeption der klassischen Mythen in der Literatur der Moderne, die hier aus einem dezidiert poetologischen Blickwinkel entfaltet werden soll.
Der Versuch, Andersens Märchen als Paramythen zu bestimmen, soll einen neuen Blick auf die rhetorischen Verfahren werfen, die genutzt werden, um - aufbauend auf den zugrunde liegenden Mythen - eine neue Gattung zu konturieren. Die Frage, was für eine Poetologie daraus resultiert, soll durch die Analyse rhetorischer Figuren und materieller Aspekte beantwortet werden. Da die Konzeption der Gattung eng mit materialitätstheoretischen Fragen verknüpft ist, werden die Originalmanuskripte in die Interpretation miteinbezogen.
Schliesslich soll ein über Andersen hinausweisendes Gattungskonzept entwickelt werden, das sich im 19. Jahrhundert konstituiert und eine große Nachwirkung im 20. Jahrhundert entfaltet.
Research areas
Antike Literatur und Rezeption
Übersetzung, Komparatistik, Mehrsprachigkeit
Gattungstheorie, Rhetorik und Editionswissenschaft
Kinder- und Jugendliteratur