Veranstaltungssaison 2020

Zurich Distinguished Lecture 2021 - The Art of Interpretation

Helmut Müller-Sievers

Roman und reine Erfahrung

William James’ radikaler Empirismus als Vollzug des Lesens
William James (1842 – 1910) ist vornehmlich als einer der Gründungsfiguren des Pragmatismus bekannt. Hinter diesem Bekenntnis zu seinen philosophischen Zeitgenossen steht jedoch die ihm ganz eigene Theorie des ‚radikalen Empirismus‘ und das ihn konstituierende Phänomen der ‘reinen Erfahrung‘. In diesem Vortrag wird der Einsatz des Radikalempirismus nachvollzogen und reine Erfahrung als eine fundamentale These über das Lesen interpretiert. Sie bildet sich - biographisch, geschichtlich und systematisch - am Medium der Erfahrung des 19. Jahrhunderts, dem modernen Roman, heraus. Wie nun könnte eine Literaturwissenschaft und -pädagogik aussehen, die über die Erfahrung des Lesens an das Verständnis des Romans heranginge und nicht über das Paradigma des Wissens? Wie lassen sich den jüngsten (und zugleich ältesten) Herausforderungen an das ‚Fach‘ – der Einsicht in den systemischen Ausschluss diverser Erfahrungen – durch die Besinnung auf die reine Erfahrung begegnen?

Die Mitglieder der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur sind herzlich eingeladen.

Anmeldung bitte an sekretariat-literatur@ds.uzh.ch.

Ausblick

Ausstellung Helvetismen

Helvetismen Helvetismen

Die Wanderausstellung Helvetismen wird am im Herbst 2021 in Zürich sein:

In der Deutschschweiz nehmen wir zum Morgenessen ein Gipfeli und dazu ein Café crème. Zum Mittagessen gibt’s dann Pelati mit Zucchetti und Peperoni. In der französischen Schweiz isst man röstis, spätzlis oder knöpflis, während man im Tessin auch gerne ein wienerli oder einen landjäger isst und dazu ein panaché trinkt.

Als typisch schweizerische Eigenheiten des Deutschen, des Französischen und des Italienischen zeugen Helvetismen von der sprachlichen Vielfalt der Schweiz und der gegenseitigen Beeinflussung der Landessprachen. Dieser Reichtum zeigt sich auch in der Literatur: Gerade Friedrich Dürrenmatt verwendet in seinen literarischen Werken und in seinen Karikaturen zahlreiche Helvetismen.

Durch eine Wahl der Lieblings-Helvetismen, ein Spiel oder Videos von Spoken-Word-Performances überwindet die Ausstellung den Röstigraben und fördert so das Verständnis zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften der Schweiz. Mit ihrer spielerischen Szenografie lädt die Ausstellung zum Mitmachen ein und richtet sich an ein breites Publikum im Alter von 9 bis 99 Jahren.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur.

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