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Ausstellungsarchiv

2024: Die Insel im Fokus. Fotografische Erkundungen. Island damals und heute.

Eine Foto-Buch-Ausstellung mit dem Nachlass von Werner Schutzbach und Fotos von Eline Elmiger

Kuratiert von:  Prof. Lena Rohrbach, Luan Berisha, Yvonne Brandenberger, Eline Elmiger und Ulrike Marx

Im Jahr 2021 erhielt die Abteilung für Skandinavistik an der Universität Zürich den Nachlass von Werner Schutzbach. Der Schwerpunkt dieses Nachlasses ist eine vielseitige und wunderbare Sammlung von Islandica.

Durchzogen vom umfassenden Blick Schutzbachs, mit dem er sich Island genähert hat, beinhaltet die
Sammlung unterschiedliche Inhalte: Geologie, Naturwissenschaft, Flora und Fauna, kultur-, literatur-
und sprachwissenschaftliche Zugänge und nicht zuletzt auch Island als Reiseziel zeichnen sich in seiner
Handbibliothek, seinen Materialien zu angefangenen Projekten wie auch in seiner fotografischen
Dokumentation der Menschen und Landschaften Islands ab.

Die Doktorandin Eline Elmiger ist an einige der Orte gereist, die Werner Schutzbach fotografiert hat und hat sie ausgehend von den Winkeln und Perspektiven von Schutzbachs eigenen Fotografien aus heutiger Sicht aufgenommen. In der Synopse der jeweiligen Fotopaarungen spannt sich eine Zeitreise durch Island von den 1970er Jahren bis ins Jahr 2023 auf.

Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Republik Islands wurde in dieser Ausstellung alt und neu in Form der Fotografien und Bücher aus dem Nachlass Schutzbach gegenübergestellt.

2023: Enfants Terribles. Unheimliche Kindergeschichten.

07.10.2023 - 07.01.2024

Kurator:innen:
Prof. Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Klaus Müller-Wille

Abenteuerliche Geschichten, einprägsame Figuren und fantastische Illustrationen: Wie Kinder in Bilderbüchern, Romanen und Filmen gezeigt werden, spiegelt immer auch, wie sich Erwachsene die Kindheit vorstellen – eine Vorstellung, die sich seit der Moderne fortwährend verändert. Besonders deutlich wird dies an der Figur des «enfant terrible», des wilden, anarchischen oder gar bösen Kindes.

Bereits in der Romantik tauchen in der Literatur Kinder auf, die über eine eigenartige Sicht auf die Welt verfügen – eine Sicht, die sich auch der einfachen Abgrenzung von Kindern und Erwachsenen entzieht. Mit der Moderne verstärkt sich die literarische Auseinandersetzung mit dem «enfant terrible», das bürgerliche Normen in Frage stellt, zusehends. Verstörende Erlebnisse und faszinierende Welten von Struwwelpeter über Pinocchio bis Pippi Langstrumpf zeigen die Kindheit als Sehnsuchtsort, aber auch als Kulminationspunkt zahlreicher Ängste.

Zwar gibt es seit 1900 viele Versuche, die Unterscheidung von Kindern und Erwachsenen mit Rückgriffen auf Anthropologie, Entwicklungspsychologie, Philosophie oder «childhood studies» zu stabilisieren, doch gleichzeitig unterlaufen viele Autorinnen und Autoren genau diese Unterscheidungen immer wieder. Die sogenannte Kinderliteratur – die sich immer auch an Erwachsene wendet – ist eine einzigartige Konstellation, um sich mit dem Anderen zu befassen. Denn alle Erwachsenen teilen die Erfahrung, selbst einmal Kinder gewesen zu sein – und zugleich das Wissen, es nun nicht mehr zu sein.

Anhand zahlreicher Texte, Illustrationen und Filmsequenzen sowie Interviews mit Expert:innen beleuchtete die Ausstellung unheimliche Kindheitsimaginationen des 19. und 20. Jahrhunderts und stellt die Frage, warum das Erzählen vom «enfant terrible» gerade in der Gegenwartskultur wieder an Bedeutung gewinnt.

Website der Ausstellung

2021: Digitale Ausstellung «Staunen im Kinderbuch»

Was für eine Rolle spielt Staunen in Kinderbüchern vor dem 20. Jahrhundert? Diese Frage steht im Mittelpunkt der digitalen Ausstellung «Staunen im Kinderbuch», die aus Forschungen des SNF-Sinergia-Projektes «The Power of Wonder» an der Universität Zürich hervorgegangen ist. Konzipiert wurde die Ausstellung von Mireille Schnyder und Daniela Hahn und grafisch umgesetzt von der Designagentur resort aus Zürich. In Kooperation mit dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) präsentiert die digitale Ausstellung über 100 Exponate aus 55 Werken von der Mitte des 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Anhand der Exponate und Audiotexte können die Besucher:innen entdecken, wie sich die Gegenstände, Formen, Ziele und Wertungen des kindlichen Staunens, das sich in Fragen nach dem Was, Wie, Woher, Warum ausdrückt, über die Jahrhunderte veränderten. Auf diese Weise führte die Ausstellung in eine Geschichte des Kinderstaunens als eine Kultur- und Gesellschaftsgeschichte ein und eröffnete gleichzeitig auch Einblicke in eine Geschichte der Imagination, der Kunst, der Literatur und der Pädagogik.

www.staunenimkinderbuch.ch

2007-2008: SCHRIFTRÄUME

Medialität in der Vormoderne

Vier Ausstellungen des Nationalen Forschungsschwerpunkts
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen
Historische Perspektiven

zur 175-Jahrfeier der Universität Zürich (2008)

Das Buch zu den Ausstellungen:

Christian Kiening / Martina Stercken (Hg.)
SchriftRäume.
Dimensionen von Schrift zwischen Mittelalter und Moderne
(Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen 4), Chronos, Zürich 2008.
456 S. 268 Abb. Geb.

Das Bild zeigt das Buchcover.

 

2008: unfassbar fassbar. Medien des Heils im Mittelalter.

Das Bild zeigt Schriftbänder, die mit mittelalterlicher Schrift beschrieben sind.

Eine Ausstellung in der Burg Zug.
17. Juni 2008 - 11. Januar 2009

Schrift spielt in Liturgie und Volksfrömmigkeit eine zentrale Rolle. Neben weiteren «Medien des Heils», die in der Ausstellung präsentiert werden, vermag sie in bestimmten Konstellationen, ihre instrumentelle Funktion überschreitend, als Spur des Göttlichen zu wirken. Obwohl das Transzendente stets jenseits des Begreif- und Darstellbaren bleibt, ist eine innerweltliche Erfahrung des Göttlichen insofern durch Schrift, Bilder, Reliquien, Gesang oder durch Düfte möglich. Ins Blickfeld kommen jene Bedingungen, Praktiken und Kontexte, in denen Medien nicht nur religiöse Informationen überlieferten, sondern selbst Anteil am Heiligen hatten, das sie repräsentierten. Die Schau ist gegliedert nach Räumen der Wirksamkeit: Kirche, Kloster, Wallfahrtsstätte, Privathaus und der öffentliche Raum unter freiem Himmel. Es werden auf diese Räume bezogene mediale Konstellationen vorgestellt, in denen das Heil reflektiert, aktualisiert und zur Erscheinung gebracht werden konnte.

Flyer (PDF, 249 KB)

Ein Schriftband auf grünem Untergrund.

2007/2008: Geheimnisse auf Pergament.

Eine Ausstellung in der Stiftsbibliothek St. Gallen.
2. Dezember 2007 – 9. November 2008

Das Bild zeigt ein Kruzifix, das aus Buchstaben besteht.

Schrift birgt Geheimnisse. Demjenigen, der sie nicht verstehen kann, erscheint sie als mysteriöses Zeichengefüge. Aber auch für denjenigen, der sie lesen kann, bewahrt sie Geheimnisvolles und Rätselhaftes. An frühmittelalterlichen Handschriften und Schriftstücken aus der Stiftsbibliothek St. Gallen und dem Stiftsarchiv St. Gallen wird diesem Phänomen nachgegangen. Gezeigt wird, wie in einer Zeit, in der Schriftlichkeit noch wenig verbreitet war, mit undurchsichtigen Rätseln, unsichtbaren Kommentaren und fremden Zeichen, aber auch mit kostbaren Materialien und aufwändigen Ausstattungen Schrift inszeniert wurde. Gefragt wird nach denjenigen, die über die Schrift verfügten, und nach den Absichten, die mit der Aufzeichnung von Wissen verbunden waren.

Flyer (PDF, 243 KB)

Schrift in Bewegung. Dichter erkunden die Schrift.

Das Bild zeigt einen Mann mit geschminkten Augen, der hinter einem Blatt Papier hervorlugt.

Eine Ausstellung im Strauhof Zürich.
24. September 2008 – 30. November 2008

Diese Ausstellung gilt den Dynamisierungen von Schrift in der Literatur zwischen dem ausgehenden 18. und dem frühen 20. Jahrhundert. Fünf bis in die Gegenwart wirkende Phasen der Entwicklung werden vor Augen geführt: diejenige, in der die Nähe von Text und Bild verabschiedet, zugleich aber die Schrift als eine der zentralen Reflexionsmöglichkeiten des Literarischen entdeckt wird; diejenige intermedialer Experimente des literarischen «Realismus»; diejenige, in der mit neuen Mechaniken exzessiv gespielt wird; diejenige, in denen Schrift in Druck, Graphik und Kunst entgrenzt wird, und diejenige, in der mit dem Beginn von Film- und Hörkunst jene Dynamisierung von Schrift erfahrbar wird, welche die moderne Medialität in ihrem Kern prägt.

Flyer (mit Begleitprogramm) (PDF, 1 MB)

2008: Heilige Bücher und mächtige Zeichen - Schrift in Szene gesetzt.

Eine Ausstellung in der Zentralbibliothek Zürich, 3. März 2008 – 12. Juli 2008

Das Bild zeigt eine Seite aus einem mittelalterlichen Manuskript.

Abb.: Paulusbriefe; Frankreich, 12. Jh., Zentralbibliothek Zürich

Schrift kann Autorität und Aura entfalten. Dies gilt insbesondere für Gesellschaften, in denen Schriftgebrauch wenig verbreitet ist. Auf welche Weise im hohen und späten Mittelalter Schrift in Szene gesetzt wurde, um Verbindlichkeit, Gültigkeit und Macht zu erlangen, ist Thema der Ausstellung. Drei Aspekte werden dabei im Vordergrund stehen: Dies ist zum einen die besondere Präsenz von Schrift, die nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre Gestaltung und das verwendete Material Wirkung entfaltet. Dies ist zum anderen die Einbindung von Schriftstücken in Situationen des Gebrauchs, der Umgang mit Schrift in religiösen und politischen Handlungszusammenhängen. Und dies ist schliesslich das Spiel mit traditionellen Anordnungen von Schrift bei der Herstellung von neuen Artefakten, die sich auf diese Weise der Wirkmacht der älteren Überlieferung bedienen.

Flyer (PNG, 1 MB)

Begleitprogramm: Vorträge (PDF, 1 MB)