Projektportrait

Mit "gi - Gesprächsanalyse interaktiv" wird das Ziel verfolgt, eine innovative Vermittlungsform zu etablieren, die passgenau auf die spezifischen Herausforderungen der Vermittlung der Gesprächsanalyse (und anderer qualitativer Forschungsrichtungen) zugeschnitten ist.
Nach dem Prinzip des kollaborativen forschenden Lernens werden den Studierenden alle wesentlichen Komponenten einer gesprächsanalytischen Untersuchung in Form angeleiteter Gruppenarbeit und internetgestützten Selbstlernens vermittelt.

Der Mehrwert von "gi" liegt in der größeren Nachhaltigkeit des Gelernten, die sich zum Einen aus einer konstanteren, von der Bindung an wöchentliche Präsenztermine befreiten Beschäftigung mit dem Thema ergibt, zum Anderen aus den vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten, die "gi" auszeichnen (v.a. Forendiskussionen, Chat, kollaborative Textproduktion mit Wikis). Darüber hinaus ermöglicht "gi" eine in der Präsenzlehre nicht zu erreichende Übersicht über den gesamten Forschungsprozess: Alle erhobenen Daten und alle Dokumente der einzelnen Forschungsschritte sind dauerhaft an einem zentralen, von überall her zugänglichen Ort einsehbar.

Die Struktur einer typischen "gi"-Lehrveranstaltung im Blended-Learning-Format ist so konzipiert, dass die Studierenden innerhalb eines Semesters in aufeinander aufbauenden Modulen alle grundlegenden Bestandteile des gesprächsanalytischen Forschungsprozesses kennen lernen, indem sie in begleiteten Arbeitsgruppen ein eigenes Forschungsprojekt in allen Teilschritten selbst durchführen. Das Szenario legt einen deutlichen Fokus auf interaktive Arbeitsprozesse sowohl zwischen den Studierenden(-gruppen) als auch zwischen Studierenden und Dozierenden/TutorInnen.

Lernziele: Die Absolventinnen und Absolventen sollen in die Lage versetzt werden, zentrale Inhalte der gesprächsanalytischen Sekundärliteratur zu verstehen und selbst umzusetzen, das heißt:

  • ein allgemeines Untersuchungsinteresse in ein gesprächsanalytisches Forschungsthema zu überführen,
  • geeignetes Datenmaterial zu erheben,
  • diese Daten zu transkribieren,
  • einen Datenausschnitt gesprächsanalytisch zu untersuchen und
  • die Ergebnisse adäquat zu präsentieren.

Innerhalb des Szenarios von "gi" wird der Ablauf der gesprächsanalytischen Forschung in der modularen Kursstruktur abgebildet. Analog zum Forschungsablauf ist "gi" in sechs Module gegliedert:

  1. Einführung
  2. Forschungsthemen
  3. Daten erheben
  4. Transkription
  5. Analyse
  6. Präsentation

Grundsätzlich verläuft die Bearbeitung der einzelnen Module in vier Phasen (nicht jede Phase ist für jedes Modul relevant):

  1. Theoriephase
  2. Forschungsphase
  3. Peer-Review-Phase
  4. Überarbeitungsphase

In der Theoriephase - der ersten Phase jedes Moduls - erarbeiten sich die TeilnehmerInnen die Grundlagen, die sie zur Durchführung des anstehenden Forschungsschritts befähigen. Dafür stehen ihnen die im Rahmen des Projektes entwickelten multimedialen Lerneinheiten mit integrierten Audio-/Videoaufnahmen realer Interaktionen, Übungsaufgaben, Selbsttests und weiterführender Literatur zur Verfügung.

Das neu erworbene Wissen setzen die TeilnehmerInnen in der unmittelbar folgenden Forschungsphase für ihr eigenes Forschungsprojekt um, indem sie in Gruppenarbeit die jeweilige Modulaufgabe bearbeiten, die zugleich einen logischen Schritt in der Durchführung des eigenen Forschungsprojekts darstellt.

Die entstandenen Produkte (Texte, Transkripte, kommentierte Videoausschnitte usw.) werden in der Peer-Review-Phase kritisch diskutiert: Jede Arbeitsgruppe kommentiert die Produkte der anderen in einem Diskussionsforum, wobei sie von geschulten E-TutorInnen sowie forschungserfahrenen Dozierenden unterstützt werden.

In der Überarbeitungsphase werden die Modulaufgaben auf der Grundlage der Diskussion überarbeitet, innerhalb fester Fristen in das Gruppenportfolio eingefügt, von den Dozierenden zeitnah überprüft und kommentiert und das Modul somit abgeschlossen. Anschließend beginnt der beschriebene Zyklus erneut mit der Bearbeitung des nachfolgenden Moduls.

Die semesterabschliessende Bewertung erfolgt aufgrund aller in das Portfolio eingefügten Lösungen der Modulaufgaben oder auch in Form einer zusätzlich anzufertigenden Hausarbeit.