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1. Sitzung: Bairisch – wer liebt diesen Dialekt nicht? (19. Februar 2026)

In aller Hinsicht der «grösste» Dialekt im deutschen Sprachraum!

«Griass di!» und herzlich willkommen zum Blog über die Dialekt-App des Bairischen – ein Dialektraum, der sich weit über die Grenzen des deutschen Bundeslands Bayern hinaus erstreckt. Bairisch ist sowohl flächenmässig als auch an der Anzahl der Sprechenden die grösste Dialektgruppe im deutschen Sprachgebiet. Es umfasst Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz in Deutschland, beinahe das gesamte Staatsgebiet Österreichs, das Südtirol Italiens und Samnaun im Kanton Graubünden der Schweiz.

Im Rahmen der germanistischen Lehrveranstaltung «Griaßdi! – eine Dialekt-App für das Bairische entwickeln» lernen Masterstudierende die strukturellen Eigenheiten der einzelnen Sprachregionen des Bairischen über die Landesgrenzen hinweg kennen und sind gleichzeitig Teil eines Forschungsprojektes, indem sie in enger Zusammenarbeit mit den Dozierenden eine App entwickeln, die zur quantitativen Untersuchung von bestimmten Sprachphänomenen des Bairischen dient.

Die erste Seminarstunde galt einer Semesterübersicht und Einführung über den Dialektraum. Um ein erstes Gefühl für die faszinierende Sprachvielfalt des Bairischen zu bekommen, hören sich die Studierenden zusammen sogenannte Froschgeschichten an. Ja, sie haben richtig gelesen – Froschgeschichten. Dabei werden Probandinnen und Probanden gebeten, eine Kindergeschichte aus einem Bilderbuch in ihrem ortsüblichen Dialekt wiederzugeben. Mit solchen Aufnahmen kann man Merkmale einer Sprache für wissenschaftliche Zwecke erheben oder sich einen ersten Überblick über deren Charakteristika verschaffen.

Bildquelle: «Frog, where are you?» von Mercer Mayer (1969).

«Erzählen Sie uns mal, was sehen Sie auf diesem Bild?»

Schauen Sie sich mal diesen Bildausschnitt an – ist er nicht geradezu ideal, um ihn von jemandem interpretieren und beschreiben zu lassen und damit die eine oder andere Erkenntnis über den Sprachgebrauch des Bairischen zu erlangen? In den Erzählungen der Probandinnen und Probanden tauchen reihenweise Phänomene auf, die zur weiteren Untersuchung einladen. Welche Varianten für das Lexem Glas werden verwendet: «Glaasl» oder «Gloos»?