9. Sitzung: Bestimmung der zielführendsten demographischen Daten (30. April 2026)
Sprache ist weit mehr als nur ein neutrales Werkzeug zur Informationsübertragung – sie ist ein Fenster zu unserer Identität, unserer Geschichte und unserem sozialen Umfeld
Für eine empirische Auswertung der über die App erhobenen Daten braucht es nicht nur eine gute Datenlage hinsichtlich der untersuchten sprachlichen Phänomene, sondern auch bezüglich der Demographie der Probandinnen und Probanden. Denn wir sind uns einig, die Auswertung der Häufigkeit eines vorkommenden Phänomens in einer Region ist erst dann spannend, wenn man es in Relation zu soziodemographischen Kriterien stellt. Diese Seminarwoche ist also der Ausarbeitung einer Liste gewidmet, die möglichst kompakt alle relevanten Kriterien umfassen sollte.
Der Austausch zwischen den Studierenden und dem Projektteam dreht sich dabei im Wesentlichen um zwei Hauptthemen:
- Mittels welcher Kriterien kann man überprüfen, wie typisch der aktuell gesprochene Dialekt für den Ort ist, wo der oder die Teilnehmende ihn erlernt hat? Diese Frage ist vor dem Hintergrund der diversen individuellen Prägungsfaktoren wie z.B. Wohnort, Herkunftsort der Eltern, Schule und Beruf zu sehen.
- (Wie) Kann man die Verbundenheit der Probandinnen und Probanden mit ihrem Dialekt und die Freude an ihrem Dialekt abfragen? Diese haben nämlich möglicherweise einen Einfluss darauf, ob und wie stark sich eine Person sprachlich verhält.
Wie aus diesen zwei Leitfragen hervorgeht, bildet die Mobilität der Probandinnen und Probanden eine grosse Herausforderung für die moderne Dialektologie. Es kann bezüglich der Auswertung des Sprachgebrauchs nämlich herausfordernd sein, wenn eine Person beispielsweise oftmals den Wohnort gewechselt hat und sich dabei sprachlich stark beeinflussen liess. Würde man sich dann in der Auswertung zu sehr auf ihren ursprünglichen Dialekt des Ortes, wo die Person aufgewachsen ist, beziehen, würde dies den Datensatz etwas verfälschen.
Welches Kriterium würdest du unbedingt verwenden?