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7. Sitzung: Expertentreffen 1 (2. April 2026)

Es ist soweit, unsere ersten beiden Experten kommen zu uns ins Seminar

Lange Zeit haben wir am Fragekatalog getüftelt, nun dürfen wir ihn im Seminar dieser Woche unseren ersten beiden Gästen vorstellen. Diese sind:

  • Prof. Dr. em. Anthony Rowley (ehemaliger Leiter der Redaktion des Bayerischen Wörterbuchs der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und emeritierter Professor für Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Prof. Dr. Helmut Weiß (Professor für Geschichte der deutschen Sprache an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

Wir teilen uns in zwei Gruppen auf und ackern uns Frage für Frage durch den Fragekatalog. Dabei werden die Fragen neben rein sprachlichen Aspekten auch hinsichtlich Sinn und Eingängigkeit seziert. Die Rückmeldung zu zwei Beispielaufgaben veranschaulicht dies. Mit der untenstehenden Multiple-Choice-Aufgabe wollten wir erfragen, wie Infinitivsätze an den Hauptsatz angeschlossen werden, weil bekannt ist, dass solche Konstruktionen im Bairischen weniger üblich sind als in der Standardsprache:

I ge ins Kino,________

  • zum en/an Film schaun.
  • zun en/an Film schaun.
  • um en Film zum schaun
  • um en/an Film z’schaun.

In der Rückmeldung kommt heraus, dass in dieser Frage die den Nebensatz einleitende Konjunktion von den meisten Dialektsprachigen gar nicht gesetzt wird, die suggerierten Wörter «zum/zun/um» also unnatürlich wirken. Ausserdem merkt der Experte an, dass der Satz in seiner ursprünglichen Form auch inhaltlich seltsam klingt («Wozu sollte man denn sonst ins Kino gehen?»). Damit die Frage so belassen werden kann, sollte «ins Kino» deshalb durch «in die Stadt» ersetzt werden.

Mit dieser Textaufgabe soll ein Grammatikphänomene erhoben werden, nämlich die Verwendung verschiedener Formen von ‘2’ je nach Geschlecht des Wortes, das auf das Zahlwort folgt:

Wie übersetzen Sie den folgenden Satz in Ihren Dialekt: Zwei Männer, zwei Frauen und zwei Kinder baden im Fluss.  

Wie ein Experte anmerkt, würden viele, die traditionellen Dialekt sprechen, den Ausdruck «zwei Frauen» aber wohl nicht mit einem weiblichen Nomen übersetzen, sondern mit dem sächlichen «Wei» (vgl. standarddeutsch «Weib»). Deshalb müssen wir uns für diesen Satz eine neue Lösung überlegen.

Manchmal sind es solche Details, die schliesslich darüber entscheiden, ob Sätze auch für Muttersprachler natürlich klingen und Linguistinnen den erwünschten Erkenntnisgewinn liefern können.