8. Sitzung: Expertentreffen 2 (16. April 2026)
Neue Seminarwoche, neue Befragungsrunde – so läuft das am Deutschen Seminar zurzeit
Die Fragebögen sind frisch gedruckt, alle Anmerkungen von letzter Woche sind umgesetzt. Wie werden sie Fragen diese Woche den rauchenden Köpfen der Expertinnen und Experten standhalten?
Dürfen wir vorstellen:
- Mag. Dr. Yvonne Kathrein (Senior Scientist am Institut für Germanistik Bereich Linguistik an der Universität Innsbruck und Leiterin des Tiroler Dialektarchivs)
- Ass. Prof. Dr. Hannes Scheutz (Mitarbeiter im Fachbereich Germanistische Sprachwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg)
- Prof. Dr. Birgit Alber (Professorin für Germanistische Linguistik an der Freien Universität Bozen)
Nach insgesamt sechsstündiger Prüfung des Fragekatalogs halten wir fest: Wir laufen zwar ziemlich auf den Felgen nach diesem langen Tag, doch wir sind überaus zufrieden ob der Produktivität des Seminars. Es ist faszinierend, Einblick in die unterschiedlichen Denkweisen und Herangehensweisen der Expertinnen und Experten zu bekommen. Von ihrem Fachwissen profitieren wir ungemein.
Lassen Sie uns Ihnen ein Beispiel präsentieren, sodass Sie einen Eindruck des Geschehens erlangen können. Man blättert zur Seite 27 des Fragekatalogs, Fragenummer TB.24, Text-Aufgabe (zum Eintippen), Fokus Nebensatz mit Fragepronomen und Variation beim Einleiten von Nebensätzen («warum» oder «warum dass») . Die Aufgabe lautet:
Übersetzen Sie den folgenden Satz in Ihren Dialekt: «Ich weiß nicht, warum er nicht gekommen ist».
Die Rückmeldung unserer Expertinnen und Experten lautet folgendermassen: Die Aufgabe sei suggestiv gestellt. Zudem müsse man einen komplexeren Nebensatz bilden, wenn man die Wahrscheinlichkeit für die Variante «warum dass» erhöhen möchte. Wir nicken gnädig, machen uns an die Überarbeitung und formulieren den neuen Satz:
«Ich weiß nicht, mit welchem Auto er hinaufgefahren ist.»
Wir sind gespannt, welche Varianten für die adverbielle Partikel «hinauf-» und welche Isoglosse für die Verneinung «nicht» zu erwarten sind – und wer «warum dass» und wer nur «warum» schreibt
In der Folge an das Seminar beschäftigen sich die Studierenden also mit der Umsetzung aller Bemerkungen und bereiten eine erste Triage der Fragen vor. Es stehen intensive Tage bevor – in grossen Schritten nähert sich das Team der Finalisierung des Fragenkatalogs für die App!